Montag, 30. Januar 2017

Interviews --> Carin Müller

Weil Carin sooo schnell war mit ihren Antworten, muss ich euch natürlich auch ganz schnell teilhaben lassen. Sie war für mich die nächste Sofaautorin, weil sie gerade für ihr neuestes Werk Testleser suchte, ich mich beworben hab und bei der Gelegenheit gleich mein Anliegen vorbrachte.
Natürlich haben wir uns auch ganz kurz auf der letzten Buchmesse unterhalten, ich hab immerhin im Messemagazin ihr Autogramm*freu, aber das war viel zu flüchtig und so werde ich auf jeden Fall im Oktober ganz genau aufpassen, ob mir diese Strahlefrau noch mal über den Weg läuft.




Steckbrief
Name: Carin Müller
Geboren am/ in: 15. Oktober 1971 in München
Wohnort: Frankfurt
Familienstand: verheiratet
Kinder: eines mit vier Beinen und vielen Haaren


Am liebsten hab ich: das Meer

Gar nicht mag ich: Ignoranz

Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben
Ich versuche mich mal an einer Kurzfassung: Ich bin ein echtes Münchner Kindl und konnte mir NIE vorstellen, woanders zu leben. Doch dann traf ich vor fast 15 Jahren meinen Mann, einen Kölner, der in Frankfurt lebte. Weil Fernbeziehungen anstrengend sind, bin ich 2003 schweren Herzens von der Isar an den Main gezogen. Inzwischen bin ich in der Buchmessestadt aber absolut heimisch und kann mir kaum noch vorstellen, an einem anderen Ort zu wohnen. Seit gut acht Jahren bereichert auch Airedale Terrier Toni unser Leben – übrigens der einzig echte Hesse in der Familie.


Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Zum Schreiben bin ich gekommen, weil ich in der ersten Klasse dazu gezwungen wurde. Doch im Gegensatz zu vielen anderen, hat es mir wirklich sehr schnell sehr viel Spaß gemacht. Meine erste fiktionale Geschichte habe ich in der dritten Klasse verfasst. Eine erfundene Erlebniserzählung über die just vergangenen Ferien. Die hatte ich bei meiner Oma verbracht, fand das aber zu öde für einen Aufsatz. Donald Trump würde das heutzutage als "alternative Fakten" bezeichnen, meine Klassenlehrerin bestellte damals jedoch lieber meine Mutter ein... Zwischendurch wollte ich auch mal Tierärztin oder Raumschiffkapitänin werden, habe aber schnell gemerkt, dass ich durchs Schreiben viel mehr Freiheiten habe. Bereits während meines Germanistikstudiums habe ich als Reporterin bei diversen Münchner Radiosendern gearbeitet. Danach habe ich ein Volontariat in einer PR-Agentur absolviert und anschließend noch in zwei Werbeagenturen gearbeitet, ehe ich mich vor gut 17 Jahren selbständig gemacht habe – als freie Journalistin und Autorin. Schreiben ist also nicht nur meine Leidenschaft, sondern vor allem mein Beruf.
Soweit zum einfachen Teil der Frage. Komplizierter wird es bei der Frage nach dem Genre, da ich nicht nur "ausgerechnet dieses" bediene, sondern recht vielseitig unterwegs bin. Meine ersten beiden Romane "Mopsküsse" und "High Heels und Hundekuchen" (2009 und 2012 bei Goldmann erschienen) sind klassische romantische Komödien. Es folgten "Gefühlte Wahrheit" und "Hundstage" (beide 2014 als Selfpublisher), die schon nicht mehr so einfach zu kategorisieren sind. Humorvoll sind beide, aber "Hundstage" würde ich als Tier-Comedy bezeichnen, während "Gefühlte Wahrheit" am ehesten eine Liebesgeschichte mit Geist ist – und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. "Problemzonen" ist eine Sammlung von Kurzgeschichten und Kolumnen, die vorrangig meinen beiden Blogs entnommen sind. Letztes Jahr erschien bei Droemer Knaur "Tage zwischen Ebbe und Flut" – ein Familienroman, der sich um Alzheimer dreht. Also alles schon ziemlich heterogen.
Doch weil mir das als Abwechslung noch nicht reicht, habe ich auch zwei Pseudonyme. Als Charlotte Taylor schreibe ich die prickelnde Serie "Hot Chocolate" (inzwischen 11 Teile, bei Bastei Lübbe) und als Nirac Rellum (das ist Carin Müller einfach auf links gedreht) gehe ich meiner geheimen Leidenschaft für Science Fiction nach. Da kommt am 15.2. der Kinder-Kurzroman "Ferien auf Tarkanus X" heraus.
Ich interessiere mich einfach für viele unterschiedliche Dinge und kann mir nicht vorstellen, dass ich immer nur ein Genre bediene. Aktuell arbeite ich an drei sehr unterschiedlichen Projekten.



Du bist tatsächlich vom Schreiben her sehr vielseitig *staun, was mir noch fehlen würde, wären Krimis oder gar Thriller *zwinker
Wird da auch noch was kommen?
Ich fürchte ja … Nein, im Ernst – ich plane im Moment tatsächlich einen Krimi. Allerdings eine Krimikomödie mit tierischem Protagonisten. Thriller und Horror würde ich Stand heute ausschließen, aber wer weiß, was nächstes Jahr ist. Oder in zehn Jahren ...



Von M nach F, hast du nie überlegt, mal auf dem Land zu leben?
In München habe ich meist am Stadtrand gelebt, was eine wirklich merkwürdige Hybridform zwischen Stadt und Land ist – möchte ich nicht mehr. Wenn, dann wirklich am Land – aber das ist auch nur eine theoretische Überlegung, die ich gerne mal im Urlaub teste und dann SEHR froh bin, wenn ich wieder zuhause mitten in der Stadt bin. Ich fürchte, ich bin ein echter Stadtmensch.



Toni und das Meer …. Liebt er es genauso wie du? Wo und wie verbringt ihr eure Urlaube?
Toni ist verrückt nach Meer! Ich liebe zwar auch Fernreisen und mache sehr gerne Kreuzfahrten, aber wir fahren mindestens einmal im Jahr mit Hund an die Nordsee, damit er sich dort nach Herzenslust austoben kann.



Freundlicherweise stellte Carin Bilder von Toni am Strand zur Verfügung (sooo viel Fell hat so ein Airedale Terrier gar nicht, wie sie oben behauptet ;) ). Auf dem zweiten hat er ganz zufällig eine Artgenossin getroffen, was das Toben am Strand gleich noch viel schöner machte.


Wenn ich das jetzt richtig gelesen habe, hast du bisher mehr Bücher als Verlagsautorin veröffentlicht als als Selfpublisherin. Was machst du lieber? Wo siehst du die Vor- und Nachteile?
Ich mache beides gerne und beide Publikationsformen haben Vor- und Nachteile. Am Selfpublishing schätze ich aber besonders die Flexibilität und die Freiheit. Ich kann schreiben was ich will und veröffentlichen wann ich will – unterliege also keinen Programmzwängen. Da kann ich dann auch mal so abseitige Dinge ausprobieren wie eine Kinder-Science-Fiction-Geschichte, wo jeder Verlag entsetzt abwinken würde. Vermutlich sogar zurecht, denn die Zielgruppe dürfte recht überschaubar sein. Das ist mir bewusst, aber ich hatte Lust auf diese Geschichte, also habe ich sie gemacht.

Vielen herzlichen Dank, liebe Carin, für deine schnellen Antworten und für dein Vertrauen, mir deinen Jugendroman in die Hand zu geben. Selbstverständlich bekommst du eine Rezension, sobald er veröffentlicht ist und bei der nächsten Messe unterhalten wir uns dann ausführlicher. Vielleicht hab ich bis dahin auch mehr von dir gelesen. Ich. Brauch. Einfach. Mehr. Lesezeit.!!!


Sonntag, 29. Januar 2017

Rezension --> Micha Ela - Ich bin Ich, Mein transsexuelles Leben


Ein Buch, das ich wahrscheinlich nicht gelesen hätte, wäre es mir nicht als Wanderbuch zugekommen und ich habe es nicht bereut, mal über den Tellerrand zu gucken.

Als Michael geboren ist er heute Michaela und endlich glücklich. Den Weg dahin mit all seinen Höhen und Tiefen beschreibt die transsexuelle Autorin in aller Offenheit und nimmt kein Blatt vor den Mund und ein Gutachter sagt zu ihr:

 >>Das einzige Unnatürliche an Ihnen ist, dass Sie so natürlich sind.<<,

womit er vollkommen recht hat.
Nichts verschweigt sie und sie ist trotz vieler Widrigkeiten ihren Weg gegangen.

Sicher kein Buch für jeden Leser, wer aber wissen möchte, wie Micha sich fühlt und fühlte, wie sie es schaffte Krankheiten zu überwinden, ihre Umgebung zu überzeugen, dass sie einfach sie ist, dem kann ich das Buch nur empfehlen.

Und auch wer gewisse Vorurteile hat, kann ruhig mal reingucken, es schadet nie, mal andere Seiten des Lebens kennen zu lernen.
Von mir gibt es vier Chaospunkte.

Rezension --> Christine Stark - Der Winter kann warten


Die beschauliche Eifel ist gar nicht so beschaulich, wie viele denken. Das muss auch Lillie feststellen, als sie nach ihrem Studium in ihr Heimatstädtchen zurückkehrt und als Volontärin bei der kleinen Tageszeitung anfängt.
Eine junge Türkin wird brutal ermordet und der ermittelnde Kommissar Moritz Linde vermutet einen Ehrenmord.
Lillie steckt plötzlich mittendrin, denn die Tote war die Mitbewohnerin einer Freundin und auch der Kommissar ist kein Fremder, war sie doch lange mit seinem Bruder liiert.
Doch es bleibt nicht bei dem einen Mord, zusätzlich stört ein grausamer Hundemörder die Idylle und die Bürgermeisterin macht sich für ein Frauenhaus stark.

Warum wohl?


Lillie kommt etwas naiv rüber, steht aber durchaus ihre Frau.
Moritz hat mit seiner Vergangenheit zu kämpfen und
Lillies Kollege Niklas spielt den guten Freund, auch wenn er mehr möchte von ihr.
Teilweise spannend, teilweise aber auch sich hinziehend schrieb die Autorin ein durchaus lesenswertes Buch, das den Leser in die, wenn auch nicht beschauliche, aber doch wunderschöne Eifel entführt.
Man merkt, dass Christine selber dort lebt und ihr Zuhause liebt (was durchaus verständlich ist, denn es gibt tatsächlich wundervolle Ecken dort).
Für ihren Debütroman hat sie das nicht schlecht gemacht und ich bin gespannt auf weitere Einblicke in die Eifel, vier Chaospunkte



Rezension --> Breonna J. Bliss - Himmelblaue Zuckerstangen, Küsse niemals einen Hinterwäldler zu Weihnachten


Wieder einige Stunden in Lakewood, dem beschaulichen Dörfli mit seinen 255 Einwohnern. Logisch, dass jeder alles vom anderen weiß und auch gelästert wird ohne Ende.
So müssen auch Trishs Eltern immer wieder die Frage über sich ergehen lassen, ob denn das *Töchterlein* zu Weihnachten endlich mal wieder zu sehen sein wird. Zunächst verneinen sie, doch als Trishs Leben in der fernen Stadt den Bach runtergeht (Job verloren, Wohnung gekündigt), nimmt sie die Einladung ihrer Eltern doch an und packt Hab und Gut in ihr klappriges Auto, um nach Lakewood zu reisen.
Und logisch schafft das alte Auto es nicht bis in ihr Heimatdorf und ausgerechnet der Typ, an den sie nur schlechte Erinnerungen hat, hilft ihr. Aber irgendwie ist er nicht mehr der, den sie abgespeichert hat.


Es machte erneut viel Spaß diesmal die Vorweihnachtszeit in diesem Dorf in Südkentuckys Nirgendwo zu verbringen und auch wenn das Ende absehbar gewesen ist, so musste ich doch oft schmunzeln und mich wundern, wie geschickt die Autorin die Verstrickungen aufbaute und löste. Denn dass es solche gibt, ist ja wohl klar, oder?
Schade, dass Breonna nun aufhören will über Lakewood zu schreiben, ich würde gerne noch mehr lesen, fünf Chaospunkte

Interviews --> Silvia Konnerth

Als Testleser bekam ich von Silvia ihre "Törtchen zum Verlieben" und hab gleich die Gelegenheit genutzt, ihr meine Fragen aufzudrängen. Nach den Standardfragen (Nummer 1 und 2, die ja immer gleich sind), hat es dann bei mir auch *klick* gemacht (siehe Text vor Frage 3), aber ich wäre ja nicht ich, wenn nicht ab und an das Gen, das gewisse, durchbrechen würde *zwinker
Und wenn es euch nicht genau so gehen soll wie mir, passt auf wenn ihr diese sympathische Frau irgendwo seht, denn genau so lustig, wie sie da aussieht ist ihr neuestes Werk (die älteren hab ich mir schon geholt, muss sie nur noch lesen, mach ich halt ihre Entwicklung rückwärts durch *Schulterzuck*)



Steckbrief
Name: Silvia Konnerth
Geboren am/ in: Juli 1980 in Frechen bei Köln
Wohnort: Salzhausen
Familienstand: verheiratet
Kinder: 1


Am liebsten hab ich: Meine Familie. Meine Freunde. Meine LeserInnen. Meinen Laptop. Mamas Apfelpfannekuchen.

Gar nicht mag ich: Lügen. Sich verstellen. Unzuverlässigkeit. Auberginen.



Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben
Geboren und aufgewachsen bin ich im Rheinland, genauer gesagt im Rhein-Erft-Kreis. 2000 habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt, mit dem ich vier Jahre lang eine Fernbeziehung geführt habe (hoffentlich kommt meine Tochter niemals auf so eine Schnapsidee ;-) ). Seit 2004 leben wir nun gemeinsam am nördlichen Rand der Lüneburger Heide – mit uns unsere Tochter und die beiden Meerschweinchen Piggeldy und  Frederik.



Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Geschichten gehörten immer schon zu meinen Lieblingsbeschäftigungen - ob gelesen, gemalt oder geschrieben. Mein Opa hat mir früher Märchen vorgelesen, bis er heiser war. Später schrieb ich Briefe, Geschichten, Gedichte, gründete mit meinen Freunden die Schülerzeitung, nahm an Schreib-AG’s teil … und entschloss mich schließlich für eine solide Ausbildung als Speditionskauffrau.
Romantische Komödien und Chicklit sind absolut mein Ding, gut geschrieben, kann ich darin versinken. Also lag es nahe, dass ich mich in diesem Genre bewegen würde, sollte ich irgendwann einmal selbst Bücher schreiben. 2014 erfüllte ich mir meinen Traum. Und ich möchte nichts anderes mehr tun, als Bücher zu schreiben.


DU bist die mit den Knutschflecken, die signierte Karte hängt an meinem Kühlschrank … *ansHirnklatsch* ….

irgendwie muss ich noch ganz viele Sofamenschen viel besser kennenlernen, aber ich arbeite ja daran *lach.
Meine Konzentration beim Messebesuch lag auf den Autoren/Innen, von denen ich schon gelesen hatte, wird sich aber ja nun ändern, die Törtchen sind ab spätestens morgen Abend reif zum Vertilgen



Mamas Apfelpfannekuchen …. verrate doch das Rezept, bitte oder hütet Mama das wie ihren Augapfel?
Ich kann nur sagen, was drin ist – Mengenangaben sind nach Gefühl. ;-)
Eier, Milch, Mehl, Vanillezucker (viel Vanillezucker), Vanillepuddingpulver, Backpulver, Äpfel. Und am allerwichtigsten ist der Zucker auf dem fertigen Pfannekuchen.
Ich muss dringend mal wieder in die Heimat reisen.


Vom Rheinland in die Ausläufer der *Fischköpfe* Hast du es einmal bereut?
Nie. Ich fühle mich hier sehr wohl. Allerdings fehlt mir meine Familie. Sehr sogar.


Schreibst du neben deinem soliden Beruf als Speditionskauffrau? Möchtest du irgendwann vom Schreiben leben können?
Ich arbeite derzeit nicht in meinem Beruf. Vormittags schreibe ich und nachmittags stehen meine Tochter und der Haushalt im Vordergrund. Dann spiele ich Unterhalter, Taxi, Caterer, Streitschlichter … ;-) Vom Schreiben leben zu können – das wäre toll.


Vielen Dank, liebe Silvia, für deine Zeit, auch wenn mein Chaosgen bei dir doppelt und dreifach zugeschlagen hat, denn die Datei für die "Törtchen" landete erst mal im Spamordner und auch die individuellen Fragen lagen länger in meinem Postfach rum, ehe ich sie gefunden habe :(

Ich freue mich auf die nächste Messe in Frankfurt, da werden wir uns länger unterhalten *Chaosehrenwort*


Montag, 23. Januar 2017

Rezension --> Ulli Eike - Lena Stern, Nemesis


Bereits im ersten Band arbeiteten die Kollegen von Lena am Fall Nemesis und es geht weiter mit den Morden. Fast alle Beamte des K11 sind inzwischen mit Nemesis beschäftigt, bis auf Lena und ihr Team. Trotzdem bekommt Lena Nachricht von Nemesis und erkennt, dass Nemesis zum Helfer wird. Auch wenn sie nicht mit der Aufklärung betraut ist, wäre sie nicht Lena, wenn sie nicht auf ihre Art und Weise mitmischen würde.


Nach Lenas erstem Fall *Thanatos* war ich sehr neugierig auf Nummer 2, musste ganz schnell *Nemesis* lesen und wurde keineswegs enttäuscht.

Wieder hat mich Ulli mit Lena gefesselt, auch wenn sie keine einfache Ermittlerin ist für ihre Kollegen. Ihre Art ist einfach anders, wahrscheinlich bedingt durch ihr Vorleben beim LKA und wahrscheinlich ist es gerade das, was mich an ihr fasziniert, so dass ich bald *Hades* in Angriff nehmen werde.

Auch wenn die Cover schlicht und unaufdringlich sind, steckt ganz viel in den Geschichten drin. Fünf Chaospunkte.

Rezension --> Collin Desire - Blutige Leidenschaft, Unstillbares Verlangen


Theresa ist glücklich, steht kurz vor der Hochzeit und weiß nicht, dass sich das von einer Minute zur anderen ändern kann und wird. Verantwortlich dafür ist ihre Vergangenheit, die sie allerdings gar nicht kennt, denn ihre Adoptivmutter verschweigt sie ihr aus Gründen, die beim Lesen offenbar werden.


Nach der Warnung des Autors >>Dieses Buch enthält explizite Sexszenen, Kraftausdrücke und Gewaltdarstellungen. Nicht geeignet für sensible Gemüter!<< habe ich es mir schlimmer vorgestellt, weil ich ja so gar kein Fan von erotischer Literatur bin, und war angenehm überrascht, dass die speziellen Szenen zwar heftig, deftig, aber doch relativ kurz waren. Und sensibel bin ich nicht wirklich, sonst würde ich gar keine Thriller lesen.
Also alles richtig gemacht, Collin.

Der Schreibstil ist kurz und knackig, die Geschichte brutal, aber auch hier gibt es gute Menschen. Das Cover passt genau zur Geschichte und lässt mich das Buch auf jeden Fall in die Hand nehmen, um den Klappentext zu lesen.

Für mich persönlich für einen Thriller etwas kurz mit 148 Seiten (als Print), auch wenn mir nichts gefehlt hat, außer vielleicht die Vorgeschichte des Täters, die erst relativ spät aufgedeckt wird, etwas früher und genauer einzubinden. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat mich keineswegs gestört, war einfach erforderlich.

Vier Chaospunkte wegen der Kürze, in der aber genug Würze enthalten ist, immerhin habe ich das Buch in einem rutsch gelesen. Auf jeden Fall steckt in diesem Genre unter dem Pseudonym Potential in dem Autor, von dem ich schon mehr lesen konnte.

Sonntag, 22. Januar 2017

Rezension --> Markus J. Beyer - Lamantin, Aufbruch ins Ungewisse


Der Leser reist ans Ende des 19. Jahrhunderts, den Beginn der motorisierten Fahrzeuge, des elektrischen Lichts, des Ausbaus der Eisenbahn und er wird teilweise staunen, wie es damals war. Gerade Jugendliche, für die dieses Buch hauptsächlich geschrieben wurde, werden große Augen machen, dauerte doch eine Reise mit einem der ersten Motor-Lastwagen von Stuttgart nach Venedig mit entsprechenden Pausen knapp drei Wochen und bei der Überquerung der Alpen war gar noch die Hilfe eines Ochsen nötig, um das Gefährt zu ziehen.

Das alles wissen der 12 jährige Thilo und Paul nicht, als sie aufbrechen, um Undine, ein Meerwesen, das in einem Aquarium im Naturalienkabinett gefangen gehalten wird, in ihre Heimat zurück zu bringen.
Das ist natürlich nicht ganz rechtens, sodass sie nicht unbehelligt bleiben auf ihrer Reise. Noch dazu ist Thilo keine große Hilfe, sitzt er doch wegen eines Unfalles mit einer Kutsche im Rollstuhl, den sein Vater, der Schreiner ist, selbst erfunden und gebaut hat. Entsprechend sperrig und unhandlich ist das *rollende Ding*, sodass er es schweren Herzens irgendwann doch zurücklässt.


Dies alles und noch viel mehr hat Markus spannend erzählt und die angesprochenen Teenager (ab 10 Jahren) können viel lernen, nicht nur über den Fortschritt, den die Zeit bis heute gemacht hat, sondern auch über menschliche Grenzen, Zuversicht, Hilfe für andere und (Selbst-)Vertrauen.
Ich habe das Buch *zwischendurch* gelesen, immer dann, wenn für wenige Seiten Zeit war (und das war dann immer mindestens ein Kapitel) und vergas trotzdem jedes Mal alles um mich herum, denn der Autor hat eine fesselnde Schreibweise, die weder langweilt noch zu sehr aufputscht, auch wenn manche Krimielemente vorkommen.
Ein ganz tolles Jugendbuch, fünf Chaospunkte von mir und noch ein Zitat, das ich mir markiert hatte: Celestina (sie lernen Paul und Thilo unterwegs kennen) sagt zu Thilo:

>>Manchmal müssen wir Dinge tun, die für uns selbst unendlich wichtig sind, auch wenn es die Menschen, die uns lieben, nicht verstehen können. Aber es ist wichtig für unsere Seele - damit sie sich aus den niederen Gefilden der Angst aufrichtet und gesund und stark durchs Leben wandeln kann.<<


Rezension --> Carina Bartsch - Türkisgrüner Winter


Hach wie liebe ich Wichtelpakete, schon der Kirschrote Sommer war in einem drin und auch den Türkisgrünen Winter konnte ich aus einem ziehen (auch hierfür nochmals danke an meinen Wichtel). Diesmal habe ich nicht so lange gewartet mit dem Lesen, denn ich war ja schon angefixt und wurde wiederum nicht enttäuscht. Doch zunächst kurz zum Inhalt:

Das Ende des ersten Teils war nicht gut, denn es war ja kein Ende der Geschichte und auch im zweiten Teil *tanzen* die zwei *E`s* (wie ich sie nenne) lange umeinander rum, kommen sich nahe, werden enttäuscht voneinander und gehen sich aus dem Weg, statt endlich über die Vergangenheit zu reden, die ja nun - nach mindestens sieben Jahren - lange genug zurückliegt.

Die beiden sind erwachsen geworden in der Zwischenzeit und sollten es auf die Reihe kriegen *olle Kamellen* aufzuarbeiten. Aber das Leben funkt ihnen immer dazwischen, so dass doch Monate vergehen, ehe sie endlich das tun, was sie schon viel früher hätten tun sollen: sich ernsthaft unterhalten.

Aber bringt das Gespräch wirklich eine Lösung all ihrer Probleme?


Das müsst ihr selber lesen und ich kann euch sagen, wem der erste Band gefallen hat, dem wird auch der zweite zusagen, denn allein vom Schreibstil her hat sich nichts verändert, Carina  hat mich wieder einige Abende gefesselt und nachdenklich gemacht.
Ich musste schmunzeln, hätte den beiden gerne ab und an mal einen Tritt verpassen, sie an die Hand nehmen mögen, um sie zusammenzuführen. Aber es ist halt nun mal so, dass jeder Mensch auf jedem Gebiet seine eigenen Erfahrungen sammeln muss, denn nur das macht ihn zu dem Menschen, der er letztendlich sein kann.

Einige Stellen habe ich mir markiert und möchte sie euch nicht vorenthalten, weil sie auch vollkommen in meinem Sinn sind. So sagt Emely zu ihrer Freundin Alex:
>>Wie sagte Kurt Tucholsky mal so schön? >Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.> >>

und etwas später erkennt Emely:
>>Wenn etwas endet, so sagt man, blühe es in den letzten Zügen noch einmal vollends auf. Und es stimmte.<<

Mit diesen Gedanken vergebe ich erneut fünf Chaospunkte und warte nun gespannt auf das neue Werk von Carina, das im Juni erscheinen soll *juhu

Rezension --> Claudia Kuhn - Über dem Abgrund


„Du wirst schon sehen, was du davon hast, du wirst schon sehen!“

Viele Jahre musste Jack in einem katholischen Waisenhaus leben und hat dort Sachen erlebt, die ein Kind nicht erleben sollte. Sie bestimmen sein Erwachsenenleben und er rächt sich, indem er wertwolle Dinge im Auftrag aus Kirchen stiehlt.  Dabei lernt er Schwester Karen kennen, eine Nonne, die auch keine leichte Kindheit hatte und als Betreuerin in einem anderen Waisenhaus tätig ist. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder und irgendwann machen sie gemeinsame Sache.


Ich tat mich schwer am Anfang, denn ich konnte den Zusammenhang nicht packen, doch so bald der in meinem Kopf angekommen war, wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Abgründe taten sich auf, die keineswegs aus der Luft gegriffen sind, wie sich inzwischen herausstellte, auch wenn diese Geschichte in Amerika spielt. Leider, denn es wäre für viele Kinder besser, wenn dieser Roman tatsächlich komplett frei erfunden wäre.

Claudia hat einen flüssigen Schreibstil und meine Einstiegsprobleme machten mich nur um so neugieriger, kein einziges Mal hatte ich den Gedanken im Kopf, das Buch abzubrechen (was schon mal passiert, wenn ich nicht in die Thematik eintauchen kann), was für die Autorin spricht, die mit ihrem Debüt ganz oben mitspielen kann. Fünf Chaospunkte von mir.


Mittwoch, 18. Januar 2017

Interviews --> Greta Schneider

Da ich ja gerade den Sammelband des "HerzKönigs" gelesen habe, wurde zwischendrin die Autorin mit meinen Fragen *belästigt* Und wenn sie euch in Berlin oder näherer Umgebung über den Weg läuft, sprecht sie ruhig an, sie freut sich. Ihr wollt noch wissen, wie sie aussieht? Aber sicher doch, hier ist sie und sie ist so sympathisch und lieb wie sie hier rüberkommt




Steckbrief
Name: Greta Schneider
Geboren am/ in: 27. April in Berlin
Wohnort: Ein Dorf nordwestlich von Berlin
Familienstand: Verheiratet
Kinder: 2 eigene, 2 „geliehene“ (alle schon groß)


Am liebsten hab ich: meine Familie, Reisen, gut essen, tanzen, und noch so einiges

Gar nicht mag ich: unausgeschlafen sein!

Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben
Nach dem Studium der Jurisprudenz arbeitete ich zwanzig Jahre lang in der Berliner Justiz. An Schreiben war nicht zu denken, wenn man mal von dem ganzen juristischen Kram absieht, der zu meinem Job gehörte ... auch Heirat und die Geburt zweier Kinder hielten mich in dieser Zeit ausreichend in Atem. Dazu Hund, Garten, Kater ... wenig Zeit für die Muse, mich zu küssen!


Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Das sind ja gleich zwei Fragen auf einmal ;) Na gut: Geschrieben habe ich schon immer, jedenfalls dann, wenn ich nicht gerade gelesen habe. Ich bin nämlich von klein auf eine ziemliche Leseratte! Es entstanden kleine Gedichte und ein Tagebuch und natürlich – wie erwähnt – das Juristische. Erst eine krankheitsbedingte Auszeit verschaffte mir dann tatsächlich den seit meiner Jugend ersehnten Musenkuss – und so fing ich (mit zitternden Fingern) im April 2013 meine allererste Szene an.
Eigentlich wollte ich einen Krimi schreiben, doch dann – ich weiß auch nicht, warum – gefiel mir die Idee besser, einen Roman über Liebe und Leidenschaft zu verfassen. Einen, der erotisch, spannend und (hoffentlich) überhaupt nicht kitschig werden sollte.
Es macht einfach Spaß, über Menschen zu schreiben, die das Schönste und Wichtigste erleben, was einem passieren kann – die Liebe in all ihren Facetten. Und natürlich auch, die Helden zwischendurch ein wenig leiden zu lassen *grins*


Dein *Brotjob* in der Juristerei beschert dir sicher Geschichten aus dem wahren Leben ;) Holst du dir da auch Ideen? (Ich meine, ich lese ja gerade deinen Sammelband vom Herzkönig, in dem ja kein Jura vorkommt *lach)
Meine Ideen kommen aus dem wahren Leben, ja – und  da die Juristerei lange darin eine Rolle gespielt hat, spiegelt sich das natürlich auch in meinen Geschichten wieder ? Die meisten Ideen kommen mir jedoch einfach spontan zugeflogen und haben fast nie irgendetwas mit Jura zu tun. Das Juristische ist einfach nur Beiwerk, wenn es gerade passt.


Reisen magst du, wohin haben sie dich schon geführt? Und wohin möchtest du noch?
*Seufz*. Ja, ich reise gern, habe aber noch nicht soo viel von der Welt gesehen. Das mag daran liegen, dass die meisten Reisen mich in mein Häuschen in Italien führen, wo ich meine zweite Heimat gefunden habe ... In letzter Zeit war ich zusätzlich häufig in Polen unterwegs, wo wir liebe Freunde haben, und an Nord- und Ostsee. Meine nächste Reise wird mich allerdings nach Südafrika führen.

Liebe Greta, vielen Dank für deine Zeit und deine Antworten, ich hoffe doch, dass du nicht ausgerechnet während der nächsten Frankfurter Buchmesse in Südafrika sein wirst und wieder uns wieder sehen werden ;)

Dienstag, 17. Januar 2017

Rezension --> Greta Schneider - HerzKönig, Der große Herzgefängnis Sammelband


Was soll ich mir die Bücher von Greta einzeln holen, wenn sie mir den Gefallen tut, alle in einen Sammelband zu packen, so dass ich alle Bände in einem Rutsch lesen kann, dachte ich mir so und habe mich voller Enthusiasmus auf die über 700 Seiten gestürzt ..... und wurde nicht enttäuscht.
Aber lasst mich kurz die Inhalte zusammenfassen

Band 1 - Herzgefängnis
Sabina, angehende Juristin, jobbt des Wochenends in einer Tanzbar und lernt dort den Kriminaler Leo kennen. Es wird mehr werden als eine Affäre, das haben beide von Anfang an im Blut. Doch Sabina hütet ein Geheimnis, eine Begebenheit, die ihr sehr peinlich ist und über die sie nur mit ihrer allerbesten hochschwangeren Freundin sprechen kann. Doch dann kommt sie als Verdächtige in einem Mordfall hinter Gitter und nimmt sich als Verteidiger ausgerechnet den als *Womanizer* verschrieenen Erzfeind von Leo zu Hilfe.


Band 2 - Herzensnarben
Wieder frei, bietet ihr Verteidiger Sabina, die inzwischen alle Prüfungen hinter sich hat, einen Job an, den sie laut Leo nur als seine Ehefrau antreten *darf*, also legen die beiden einen Termin fest und fahren in vorgezogene Flitterwochen. Es geht ihnen gut, bis Leo einen geheimnisvollen Anruf erhält. 


Band 3 - ValentinsKuss
Etliche Zeit nach der Hochzeit machen Leo und Sabina Skiurlaub, doch der hält nicht lange vor, denn Sabina geht es danach nicht gut. Außerdem ist sie alleine in der Kanzlei, denn ihr Chef liegt im Krankenhaus und sie muss zu ihren eigenen Fällen noch seine übernehmen. Dazu einen Referendar, der ihr zu nah auf die Pelle rückt.


Als Bonus-Story - Mistelzweig und andere Zärtlichkeiten
Leo und Sabina sind Eltern und irgendwie wirkt sich das ganz schön negativ auf ihr Leben und ihre Liebe aus. Aber sie haben schon so viel gemeistert zusammen, dass sie das trotz oder gerade wegen Weihnachten sicher auch in den Griff bekommen.



Von den ersten Kapiteln an war ich gefangen, von der Geschichte, vom Schreibstil und allem, was Greta so verarbeitet hat. An sich bin ich kein Freund von allzu heftigen Sexszenen, doch die Autorin hat genau den Mittelweg erwischt, der ihre Geschichten für mich lesenswert machte. Und im Endeffekt sind sie so spannend und nervenzerreißend, dass die vielen Seiten gar nicht auffallen und ich am Ende nur dachte: Wie jetzt? Schon alle?
Danke Greta, für dieses Leseerlebnis, bekommst dafür auch fünf Chaospunkte.

Sonntag, 15. Januar 2017

Rezension --> Stella Jante - Die Geschichtenerzählerin, Band I


Die letzten Abende habe ich in der Anderswelt verbracht und es war so schön, abwechselnd in Südtirol altbekannte Wege gehen, in London Sehenswürdigkeiten gucken und mein geliebtes Irland besuchen.

Mena, gerade volljährig geworden, fertig mit dem Abitur, hat keine Ahnung, was sie in der Zukunft tun soll, ihre Freundin bezeichnet sie gerne als *Dörnröschen*, weil sie die Realität .... nicht unbedingt verschläft, aber doch verträumt. Mena lebt in Geschichten, ob in ihren eigenen erdachten oder in denen aus Büchern und Filmen, Hauptsache fern der Realität. Eines Abends erlebt sie eine Vision und sie lernt ihren *Traum-Mann* kennen, der sie mehr als  einmal unterstützt.

Gibt es diesen Mann auch im echten Leben?

Warum erleben die zwei diese Visionen?


Das müsst ihr selber rausfinden und ich kann euch verraten, dass es spannend, mitreißend, traurig und wunderschön ist, was Stella sich da hat einfallen lassen. Und natürlich macht das Ende neugierig auf die Folgebände, so dass ich mir diese sofort auf den Kindle geladen habe.
Wer überzeugt ist, dass es die Anderswelt gibt, wer auch von den Großmüttern alte Sagen und Mythen erzählt bekommen hat oder allgemein die Sagenwelt, die ja in Südtirol und Irland besonders ausgeprägt weitergegeben wird, näher kennenlernen möchte, muss dieses Buch einfach lesen.

Ich hab auch noch ein paar besondere Stellen markiert während des Lesens, die ich euch nicht vorenthalten möchte. 


Und ich glaube ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass ein/e Südtiroler/in und ein/e Ire/in aufeinandertreffen, wobei der/die Ire/in kein Wort deutsch kann, geschweige denn den ausgeprägten Dialekt des Alpenlandes. Trotzdem versucht er/sie einen Kosenamen nachzusprechen und dabei kommt ein >>Scho...zzi...lley?<< heraus *schmunzel


Dann soll es demnächst eine Abhandlung von Mena geben mit dem Titel >>Ich und die Schmetterlinge<<, wobei sie keineswegs die meint, die in der Luft rumfliegen *zwinker

>>Visionieren bedeutet, unerschütterlich daran zu glauben, dass alles gut wird.<< - In diesem Sinne visionieren wir doch alle ein bisschen, oder?

Zu guter Letzt ein irisches Sprichwort: >>Ein Fremder ist ein Freund, den man noch nicht kennt.<<

In diesem Sinne, hoffe ich, dass "Die Geschichtenerzählerin" noch auf viele Fremde trifft, die ihre Freunde werden und vergebe mal wieder fünf Chaospunkte.

Samstag, 14. Januar 2017

Interviews --> Viola Plötz aka Violet Truelove aka Ava Innings

Erlebt habe ich sie auf dem Sofa, erst virtuell, dann in echt während der Buchmesse 2016 und da ich sie euch ja alle noch vorstellen will, die Sofaautoren, dachte ich, ich mach mal mit ihr weiter, da sie eines der Gründungsmitglieder ist, auch wenn sie sich dieses Jahr etwas auf ihre Gesundheit besinnen will. Auch sind einige ihrer Bücher auf Wanderschaft, bzw. warten darauf endlich loslaufen zu dürfen. Und wer dann in Waldems mal auf sie hier trifft, darf sie sicher gerne ansprechen


Steckbrief
Name: Viola Plötz alias Ava Innings und Violet Truelove
Geboren am: 20.11.1979
Wohnort: Waldems im Taunus
Familienstand: verheiratet
Kinder: zwei


Am liebsten hab ich: das Meer, meine Familie, die Sonne, den Wind, Sex, Segeln und Surfen.

Gar nicht mag ich: Intoleranz, Krieg, Hass, Neid und Leute, die ständig über andere urteilen.

Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben:
Ich habe den Blarney-Stone
geküsst, weil er in einem Roman vorkam.
Ich liebe Marzipan, Lakritze, Schokolade, Gewitter, Stürme und Vollmond, doch noch mehr die Iron Brothers und das Meer.
Ich habe zwei Tattoos (eines auf der rechten Schulter und eines am rechten Knöchel). Joe aus meinem Roman „Waves of Love – Joe: Sog der Leidenschaft“ trägt das gleiche Tattoo auf der Schulter.
Ich bin verrückt nach Musik und jeder Roman, den ich bisher geschrieben habe, hat eine eigene Playlist (manche Songs habe ich auf *repeat* gehört, um in einer gewissen Stimmung zu bleiben – einen über 800 Mal).
Ich bin ein Freak, wenn mich ein Thema packt, dann sauge ich alles, was ich dazu in die Finger bekomme, wie ein Schwamm auf und obwohl ich ein Gedächtnis wie ein Sieb habe, bleiben manche Dinge erhalten, daher kann ich fast alle Lieder aus „Die Mädels vom Immenhof“ und die erste Seite des Buchs „The Outsiders“ wiedergeben.
Ich kann auch singen (nicht schön, aber selten).
Ich glaube an Seelenverwandtschaft, an ein Leben nach dem Tod und daran, dass nichts ohne Grund geschieht.
Zahlreiche Figuren, die ich im Laufe der letzten 20 Jahre erschaffen habe, hatten eine Gehbehinderung. 2015 hatte ich einen schweren Surfunfall. Zwei Wochen vorher habe ich Rory aus „Waves of Love – Rory: Vermächtnis der Angst“ geschrieben – daher hinken Rory und ich etwas. In meinem zertrümmerten Bein befanden sich eineinhalb Jahre lang 12 Schrauben und eine Platte, Ende November 2016 wurde alles entfernt.



Vor Kurzem habe ich Teil Vier der Waves-of-Love-Reihe fertiggestellt. In diesem Band stirbt Joes Zwillingsbruder Russel bei einem Autounfall – vier Tage später hatte ich einen schweren Autounfall. Ich dachte zwar, ich müsste sterben, es ist jedoch nicht wirklich etwas passiert. Ich habe einen Schutzengel. Manchmal streite ich mit ihm. Als ich das letzte Mal aus der Narkose erwacht bin, habe ich nach ihm gefragt.




Mein Lieblingszitat ist von Albert Camus, es lautet: „In den Tiefen des Winters erfuhr ich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt“.
Ich habe schwere Schlafstörungen und bin ziemlich tollpatschig.
Ich habe noch nie illegale Drogen genommen.
Ich hasse es die Kontrolle zu verlieren.
Ich war erst dreimal in meinem Leben richtig betrunken. Ein Mal davon auf meiner Hochzeit – ich hatte zwar alkoholfreien Sekt für mich bereitlegen lassen, bekommen habe ich jedoch den normalen.
Ich kenne meinen Mann seit siebzehn Jahren. Ich habe ihn in seinem Laden kennengelernt, als ich fragte, wie ich bezahlen kann, erwiderte er: „Mit deinem Erstgeborenen.“
Ich habe zwei Kinder, zwei Katzen, kein Auto – obwohl ich das Autofahren liebe – und stehe auf Actionfilme.
Ich bin sehr neugierig und schnell gelangweilt.
Ich probiere gerne neue Dinge aus und behaupte meistens, dass es Recherche und absolut notwendig war.
Ich bin ungeduldig.
Mein Lebensmotto ist: Ganz oder gar nicht.
Ich bin extrem und fühle mich oft unverstanden.
Ich liebe meinen Mann, er ist mein bester Freund und er ist unglaublich verständnisvoll.



Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Ich habe mit zwölf Jahren die ersten Schreibversuche unternommen und mich dann die nächsten 20 Jahre durch alle Genres gearbeitet. Weil Sex ein großer Bestandteil meines Lebens ist und ich finde, dass er auch in meinen Büchern vorkommen muss, kollidierten meine Fantasien meist mit dem Genre und dem Plot und so bin ich zwangsläufig beim Liebesroman gelandet. Als Violet bin ich noch recht harmlos, obwohl ich das Kind schon beim Namen nenne.



Als Ava geht es dann doch etwas wilder zu.

WOW! Danke für die ausführliche Antwort auf Frage 1, da kann ich viel rausholen ;) Auf geht`s:

Schade, dass ich vom Blarney Stone bei meinen Irland Besuchen nichts wusste, trotzdem liebe ich dieses Land und habe inzwischen den dritten waschechten in vierbeiniger Form im Haus ;)

Bist du extra wegen des Steines nach Irland gereist oder hast du ihn besucht, weil dich Irland eh fasziniert hat?
Nein, ich nicht extra wegen des Steins nach Irland gereist. Ich war schon als pferdevernarrter Teenager dort, weil ‚unsere’ Ponys daher kommen. In dem Dorf, in dem wir aufgewachsen sind, gibt es ein Connemarapony-Gestüt und weil das echt ganz großartige Tiere sind, wollten meine Schwester und ich dann unbedingt mal dorthin in den Reiturlaub. Ich habe mich sofort verliebt und war danach mehrfach in Irland im Urlaub. Irgendwann bin ich dann über das Buch ‚2XS’ von Nigel Findley (ein Shadowrun Roman) gestolpert und da kam der ‚Blarney Stone’ vor. Und weil mir der Roman so gut gefallen hat, musste ich bei meinem nächsten Irlandbesuch dort einen Zwischenstopp machen. Der Nachfolgeband spielt übrigens auf Hawaii und heißt ‚Haus der Sonne’. In meinem Roman ‚Ein Surfer zum Verlieben’ gibt es auf Oahu eine Cocktailbar, die ‚2XS’ heißt. 


Was zeigt dein Tattoo auf der Schulter und hat es einen für dich wichtigen Hintergrund oder eine besondere Bedeutung?
Es ist der Songtext von ‚You and Me’, beziehungsweise ist dieser Auszug davon:


„They say everything it happens for a reason
You can be flawed enough but perfect for a person
Someone who will be there for you when you fall apart
Guiding your direction when you're riding through the dark.“


Als ich den Song zum ersten Mal gehört habe, war ich kurz vor Ende meines zweiten Romans (Ein Fotograf zum Verlieben) und ich war ziemlich krank. Das ganze Thema hat mir ziemlich zugesetzt und der Song passte wunderbar dazu. Direkt danach habe ich wie besessen an Safeword ‚Wipe-Out’ (Inzwischen Waves of Love: Joe – Sog der Leidenschaft) geschrieben und auch da passte der Text, auch wenn die Thematik eine völlig andere war.
Joe verliert ihren Zwillingsbruder, ihre Welt fällt auseinander und sie versinkt in Depressionen. Sie empfindet sich selbst als gebrochen und sieht kein Licht in der Dunkelheit und sie hat niemanden an ihrer Seite bis sie Brad begegnet. Also bekam Joe das Tattoo auf die rechte Schulter und weil ich mich manchmal auch so fühle und ich es stimmig fand, habe ich es mir ebenfalls stechen lassen.
Dabei ist der Tätowiererin jedoch ein Schreibfehler unterlaufen. Aus dem ‚A’ bei ‚flawed’ (was soviel wie kaputt, gebrochen, beschädigt heißt) wurde ein ‚U’. Sie konnte es im nachhinein noch ändern und für mich war es wie eine Botschaft vom Universum, dass man vielleicht denkt, dass man gebrochen und kaputt ist, es aber eigentlich nicht ist. Das war ganz wichtig für mich.


Was ist auf deinen Playlists an Musik zu finden, verrate doch ein paar Beispiele und welcher war der Song, den du 800 Mal mit *repeat* gehört hast?
Den Song, den ich so wahnsinnig oft gehört habe, war ‚Oceans (Where Feet May Fail)’ von Hillsong UNITED. Es ist eigentlich ein sehr religiöses Lied, allerdings höre ich es wahnsinnig gerne, wenn ich Sexszenen schreibe, weil darin eine unglaubliche Hingabe mitschwingt, die mir als Transmitter dient. Wenn ich diesen Song höre, dann bin ich sofort in der Emotion drin und offensichtlich schreibe ich viele Sexszenen *lol


Sonst gibt es da wahnsinnig viele Songs aus surffilmen, die man so gar nicht kennt:

- Vampire (People In Planes)
- Broken (feat. Gavin Clark) (UNKLE)
- Tongues (feat. Kopps) (Joywave)
- Rusted Wheel (Silversun Pickups)
- Tick Tick Boom (The Hives)


Von Interpreten die man so kennt wäre da beispielsweise:
– The Sound of Silence (Disturbed)
– Human (Rag'n'Bone Man)
– Love My Life (Robbie Williams)


Du liebst das Meer, das Surfen und das Segeln (wir haben viel gemeinsam fällt mir da so auf ;) ). Auf welchen Meeren warst du schon unterwegs und welche Länder hast du dabei kennenlernen dürfen?
Ostsee (wobei ich die nicht als Meer empfinde, denn da fehlen mir einfach die Wellen - Anmerkung der Redaktion: DAS ist genau mein Satz und ich musste heftig lachen, als ich ihn lesen konnte) und Nordsee, Mittelmeer und Atlantik. Gesegelt bin ich bisher nur einmal, fand es aber unfassbar toll und zwar in Portugal die Algarve entlang.


Surfen war ich in England, Spanien (Kanaren) und Portugal, Windsurfen in Holland. Das Mittelmeer, das für mich aber auch nicht wirklich befriedigend ist, habe ich bei Italien- und Frankreichurlauben kennengelernt. Als Jugendliche war ich ein paar Mal in Amerika (Florida, Nevada sprich Las Vegas, Arizona, Montana und Alaska) und Kanada.




Vielen herzlichen Dank, liebe Vio für deine Zeit und deine ausführlichen Antworten. Wir haben sehr viel gemeinsam und ich hoffe, es klappt tatsächlich im Sommer mit der Lesung in meinem Garten ;) Dann musst du allerdings ganz viel Zeit mitbringen, damit wir unsere Übereinstimmungen noch ausführlicher bequatschen können. Ich freu mich drauf ;)



Rezension --> Amanda Koch - Der Zauber unter der Sonne, Kyra und das Geheimnis des Meeres


Eine kleine Insel mitten im sturmgepeitschten Meer. Darauf lebt Kyra mit ihrer Mutter und fühlt sich zum Meer und allem, was es beinhaltet hingezogen. Von ihrem Vater weiß sie, dass es ein Leben in der Tiefe des Ozeans geben soll und sie träumt sehr viel davon.

Gibt es dieses Leben wirklich?


Auch die Geschichte von Kyra ist nicht sehr lang, aber ebenso fantasievoll wie die von Eóin und der Suche nach dem Frühling und wiederum mit ganzseitigen prachtvollen Bildern von Klaus Höhne ergänzt. Geeignet zum Vorlesen und für Erstleser, aber auch für jeden, der gerne seine Gedanken schweifen lässt und das Meer liebt. Fünf Chaospunkte.

Rezension --> Amanda Koch - Der Zauber unter der Sonne, Wie Eóin den Frühling fand


Nur der Frühling kann die kranke Tochter einer Magierin heilen, doch er mag nicht aufwachen. Also begibt sich der Bruder auf die Suche, um ihn zu wecken. Dabei hilft ihm die Fee Alarie.

Gelingt es den beiden, den Frühling zu finden?


Amanda hat hier ein traumhaftes Kinderbuch geschrieben, das Klaus Höhne mit sensationellen ganzseitigen Illustrationen veranschaulicht hat.
Die Geschichte an sich ist kurz und dadurch sowohl zum Vorlesen als auch zum selber Lesen für Erstleser sehr gut geeignet und weckt die Fantasie, die durch die Bilder, die stundenlang betrachtet werden können und dabei immer wieder Neues zu entdecken ist, noch ausgebaut werden kann. Ich bin vollkommen fasziniert und vergebe mit Freude fünf Chaospunkte.

Rezension --> Karim Pieritz - Leuchtturm der Abenteuer, Hüter des Kristalls


Die Abenteuer um Michael und Tim gehen weiter. Wieder einmal sind sie mit Hilfe der magischen Taschenlampe auf dem Planeten Himmelblau und werden von einem Kampfroboter angegriffen.
Ihr Freund Purzel berichtet ihnen, dass seine Mutter im Verlies des Leuchtturms gefangen gehalten wird und Hans den magischen Kristall stehlen will.
Der König der Elfen versucht mit dem magischen Schild zu helfen.



In Band 4 um den Leuchtturm wird viel über die Geschichte Himmelblaus erzählt und die Jungs erleben erneut fantastische Geschichten, die Karim wie gehabt mit Bildern untermalt, anschaulich erzählt. Die Schrift ist gut geeignet für Leseanfänger, zum Vorlesen für kleinere Kinder wäre es mir persönlich etwas zu gruselig. Deswegen auch *nur* vier Chaospunkte

Freitag, 13. Januar 2017

Rezension --> Emily Thomsen - Medusas Fluch


WOW, was ein Auftakt zur neuen Fantasyreihe!

Medusa, eines der Götterkinder Gaias wird von ihrer Mutter verflucht und sie muss zusehen, wie ihre große Liebe zu Stein erstarrt.  Sie will nicht den Gott heiraten, den ihre Mutter ihr zugedacht hat und entschließt sich die Götterwelt zu verlassen.
Einsam lebt sie jahrhundertelang unter den Menschen, bis sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin eine Kreuzfahrt unternimmt, die sie in die Nähe der Götterwelt bringt. Auf dem Schiff lernt sie Jendrik kennen und sie muss wieder an ihren Fluch denken.

Gelingt es ihr, dem Fluch zu entkommen?

Oder bewahrheitet sich der Spruch aus Medusas Lieblingsbuch? >> Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.<<


Was eine spannende Geschichte, die viel Einblick in die Götterwelt zeigt, erzählt doch Emily aus der Sicht von Medusa, während sie noch in dieser lebt und dann von Marie, wie sie sich in der Menschenwelt nennt, im Wechsel.
Faszinierend der Schreibstil der Autorin, der mich sofort gefesselt hat, aussagekräftig und wunderschön das Cover, das mich auch bei einem Print, das ich beim Stöbern entdecke, sofort zugreifen lassen würde.
Und auch wenn das Ende ein Ende ist, macht es doch neugierig, sehr neugierig, wie es weiter geht. Fünf Chaospunkte

Mittwoch, 11. Januar 2017

Rezension --> Silvia Konnerth - Törtchen zum Verlieben


Die angehende Redakteurin Victoria hat einen schwierigen Auftrag erhalten von ihrem Chef. Sie soll die Millionärswitwe Leonore von Himmelsthal interviewen. Diese jedoch hat sich seit dem überraschenden Tod ihres Mannes vollkommen zurückgezogen, so dass Victoria zu einem Trick greifen muss. Dass sie sich damit Stolpersteine en masse in den Weg legt, weiß sie, aber sie will das Interview, denn das ist der Freifahrschein zum Job als Redakteurin.


Mein erstes Buch von Silvia, aber nicht mein Letztes, die beiden Vorgängerromane sind schon auf dem Kindle, auch wenn ich dann ihre schreibtechnische Entwicklung von hinten aufrolle. Aber ich denke, wer beim dritten Roman so schreibt, wie sie es getan hat, kann vorher nicht viel schlechtere Geschichten erzählt haben, ich lass mich überraschen.
Doch nun zu den "Törtchen", sie führten mich - abgesehen von meinem ständigen Heißhunger auf Süßes - in mein geliebtes Hamburg und dann auch noch nach Winterhude, einen der für mich tollsten Stadtteile und es gab Turrón, das ganze Jahr über, die ich allerdings dann doch lieber in Andalusien vertilge, wohin ich mit den Protagonisten auch reisen durfte. Granada, die engen Gässchen, ich erinnere mich gut daran und an das leckere Eis in der Nähe von *Isabel la Católica*. Und auch wenn ich die Orte kenne, an denen die Geschichte spielt, wäre das nicht nötig gewesen, denn Silvia hat eine bildhafte Schreibe, so dass ein wundervoller Film in meinem Kopf ablief, in dem ich mich richtig rundum wohlfühlte. Das einzige Manko: Er war zu kurz.

Wer also ein bisschen Sonne genießen, spanische Lebensart kennenlernen, Steine wegräumen und herrliche Protagonisten erleben will, die alle ein kleines Geheimnis haben, dem kann ich die Törtchen wärmstens empfehlen. Ihr könnt sicher wie ich schmunzeln, den Kopf schütteln und einfach dabei sein, fünf Chaospunkte von ganzem Herzen

Rezension --> Any Cherubim - Black Summer 2


Ich durfte mal wieder vorablesen und hätte nun fast die Veröffentlichung verpasst *tztztz

Im August habe ich Teil 1 gelesen und wartete hibbelig und gespannt auf die Fortsetzung. Endlich ist sie da und ich hab sie sofort verschlungen.

Nachdem Holly entführt wurde, ist Joys Leben die Hölle, fürchtet sie doch aufgrund des *fremden* Herzens ständig um das Leben von ihrer kleinen Schwester. Parker wurde ihr auch noch genommen, sodass sie absolut nicht mehr weiß mit wem sie noch reden, wem sie vertrauen kann. Da nützt es ihr gar nichts, wenn sie an einen Standardspruch ihrer Mutter denken muss: >>Wenn du mit deinem Leben unzufrieden bist, muss du selbst etwas daran ändern.>>, denn sie kann ja nichts ändern und auch wenn Chris ihr klar zu machen versucht: >> Lass die Angst niemals dein Schicksal bestimmen.<< hilft ihr das nicht viel, denn ihr Leben ist bestimmt von Angst. Sie kann nicht fliehen, sie kann nicht zurück, sie hat alles verloren.


Spannend und mitreißend geht die Geschichte weiter um Holly, die an sich Cathrin heißt, Joy, deren Geburtsname Mia ist und ihren Vater, der nicht nur Handlanger der *grauen Eminenz* war, sondern selber der Boss des Kartells ist.
Zwei Abende hat mich Any in ihren Fängen gehabt und ich konnte mich schwer losreißen. Danke für diese außergewöhnliche Geschichte, noch mal fünf Chaospunkte.


Montag, 9. Januar 2017

Interview --> Marlies Holdborg aka Agnes M. Holdborg

Marlies und ich sind Chaotenzwillingsschwestern, das haben wir ganz schnell gemerkt, als wir uns über die ersten beiden Bände ihrer Fantasygeschichte "Sonnenwarm und Regensanft" näher kamen. Seitdem sind wir immer wieder in Kontakt und haben uns auch in Frankfurt das erste Mal in die Arme schließen können und das war so schön, dass ich heute noch davon zehre. Ganz ohne Worte haben wir uns einfach nur gedrückt 💕

Aber das wollt ihr sicher gar nicht wissen .... Marlies gehört auch zum Gründungsteam der Herzblut-Welten und da ich euch diese Welten auch etwas näher bringen will, hab ich auch ihr einen Fragenkatalog zukommen lassen.


Und wenn ihr gelesen habt, guckt euch doch dieses Bild noch mal genauer an und überlegt euch, ob sie recht hat, ich finde ja, sie übertreibt.




Steckbrief
Name: Marlies Borghold
Geboren am/ in: 06.09.1959 in Borken in Westfalen/Münsterland
Wohnort: Ratingen bei Düsseldorf
Familienstand: verheiratet
Kinder: 2


Am liebsten hab ich es: Gemütlich und harmonisch

Gar nicht mag ich: Stress, Unaufrichtigkeit, Taktlosigkeit


Erzähl doch ein bisschen über dein bisheriges Leben
HalliHallo!
Mein Name ist Marlies Borghold, und ich habe 1959 (seufz) im schönen Münsterland, und zwar in Borken, das Licht der Welt erblickt. Beruf und Liebe brachten mich vor langer Zeit – damals war ich neunzehn – über Umwege nach Düsseldorf. Seit dreißig Jahren lebe ich nun schon in Ratingen, immer noch gemeinsam mit meiner großen Liebe. Dort arbeite ich als Beamtin in der Finanzverwaltung (früher Bundeswehrverwaltung). Unsere beiden erwachsenen Kinder wohnen – wie schön! – nicht weit von uns weg.
Die Welt der Buchstaben war schon immer die meine. Allerdings gehörte ich eher der Leserschaft an. Als Kind las ich natürlich besonders gern Astrid Lindgren, Enid Blyton und Karl May. Dann legte ich eine recht große Lesepause ein, bevor ich mich wieder intensiv der Literatur – und zwar querbeet, in alle Richtungen – widmete.
Hin und wieder schrieb ich kleine Geschichten, insbesondere jedoch Gedichte. Das war’s dann aber auch schon.
Erst im Jahr 2012 überkam mich sozusagen eine Eingebung, der ich, wie aus Zwang, nachkommen musste. Tja, und daraus entstand dann tatsächlich ein Roman. Schon bald folgte die Fortsetzung hierzu.
Im Jahre 2013 traute ich mich dann endlich und veröffentlichte unter dem Pseudonym Agnes M. Holdborg die ersten beiden Teile meiner romantischen Fantasy-Elfensaga "Sonnenwarm und Regensanft" ("Zwei Sonnen" und "Sonnensturm") zunächst als E-Books. Im Sommer 2014 brachte ich den dritten Band "Elfenstern" heraus. Inzwischen sind alle meine Romane auch als Prints bei Amazon erhältlich.
Fortan hält das Schreiben mich in seinem Bann.
Neben dem Romance-Fantasy-Roman "Kuss der Todesfrucht" veröffentlichte ich im Jahre 2015 mit "Elfenlicht" den vierten Band zur "Sonnenwarm und Regensanft"-Reihe. Im Frühling 2016 erschien zudem der Erotik-Thriller "Der Horizont ist nah!"
Außerdem arbeite ich an vielen weiteren tollen Projekten, wie z.B. dem fünften Teil zur Reihe "Sonnenwarm und Regensanft", einem Geheimprojekt, aber auch an zahlreichen Gemeinschaftsprojekten mit Kurzgeschichten und Gedichten.
Das Pseudonym Agnes M. Holdborg ist übrigens aus einer Laune heraus entstanden. Ich hatte ja nie vorgehabt, ein Buch, geschweige denn mehrere Bücher zu schreiben und sie noch dazu zu veröffentlichen. Was wäre, wenn sie nicht gefielen, man sich eventuell lustig darüber macht? Kurzerhand legte ich mir also das Pseudonym zu, zimmerte es aus meinem Namen (mein zweiter Vorname ist Agnes) zusammen. So könnte ich einfach behaupten, ich wäre diese Autorin gar nicht, lach. Das war Blödsinn, wie mir bald klarwurde, doch seinerzeit beruhigend. Mittlerweile ist dieser Name mit mir verwachsen, und ich habe ihn richtig liebgewonnen.


Wie bist du dazu gekommen, zu schreiben? Und warum ausgerechnet in diesem Genre?
Wie bereits gesagt, wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Das Schreiben kam sozusagen zu mir. Es hat Wochen gedauert, bis ich dem Spuk in meinem Kopf ein Ende gesetzt und auf die Tatstatur unseres Gemeinschaftscomputers eingehämmert habe. Es sollte ein …ach, eigentlich wusste ich nicht was genau werden. Ich fing einfach an. Nach kurzer Zeit schlichen sich die Elfen ein. Sie waren einfach da und wollten sich unbedingt an der Geschichte beteiligen. Das war sozusagen die Geburtsstunde der Romance-Fantasy-Serie "Sonnenwarm und Regensanft". Dass ich dann noch einen anderen romantischen Fantasy-Roman, "Kuss der Todesfrucht", schrieb, obwohl dieser eigentlich Chick-Lit hatte werden sollen, ist demnach nicht weiter verwunderlich.
Den Erotik-Thriller habe ich einer Facebook- und Autorenfreundin zu verdanken. Sie riet mit, ich solle unbedingt an einem Wettbewerb zu erotischer Literatur bei Neobooks teilnehmen, was ich dann auch tat. Prompt gewann ich einen Platz für ein entsprechendes Tagesseminar bei Drömer & Knaur in München. Das war aufregend und sehr interessant. Aus meinem Wettbewerbsbeitrag entstand dann der Thriller. Harte Arbeit, wie ich fand, denn ich schrieb ihn, im Gegensatz zu meinen anderen Büchern, nur aus der Perspektive einer Protagonistin, und ich bediente nun ein völlig anderes Genre. Das Ergebnis – "Der Horizont ist nah!" – kann sich durchaus sehen lassen, so meine ich.


Warum seufzt du bei deinem Geburtsjahr? Ich könnte da noch mehr seufzen *zwinker
Fühlst du dich alt? Oder hast du Angst all deine Pläne, Ideen und Vorstellungen nicht mehr verwirklichen zu können?
Dann seufzen wir halt 'ne Runde gemeinsam! *zurückzwinker
Ja, das Alter! *nochmalseufz
Nein, eigentlich fühle ich mich nicht alt - Eigentlich! - Wenn da nicht der Blick in den Spiegel wäre. Besonders der Spiegel mit 8-facher Vergrößerung ist da doch manches Mal äußerst brutal. Ohne diesen Spiegel kann ich mich allerdings nicht schminken - aufgrund der Alterskurzsichtigkeit (da war es wieder! *lach). ABER, meine Pläne, Ideen und Vorstellungen will und werde ich weiterhin verwirklichen, jedenfalls die meisten davon. Ich fühle mich also definitiv (fast) nicht alt.


Es ist schön, dass zu deiner Eingebung die Elfen dazukamen, denn dadurch hab ich dich und deine fantastische Welt kennenlernen dürfen *freu
Wann gibt es endlich Band 5?

*Freumichauch
Band 5 ist in Arbeit. Der Plot hat endlich Gestalt angenommen, und das Schreiben geht voran. Leider bin ich eine "Langsamschreiberin". Zudem verlangen der Brotjob, die Familie und Freunde auch nach Aufmerksamkeit. Will heißen: Von der Idee bis zum endgültig fertig überarbeiteten Buch ist es ein weiter Weg, weshalb ich noch keine genaue Zeitangabe machen kann. Ich hoffe aber schwer, dass der fünfte Teil zum Herbst 2017 erscheinen wird. Schließlich stirbt die Hoffnung bekanntermaßen zuletzt.


Konntest du deine Leidenschaft für Bücher an deine Kinder weitergeben?
Die Leidenschaft fürs Lesen, ja, zumindest an meine Tochter. Der Sohn kommt dagegen eher nach seinen Vater und nimmt nicht so häufig ein Buch zur Hand. Beide Kinder, sie sind 30 und 28, haben aber eine wunderbare Art, sich auszudrücken, allerdings bis dato kein Interesse am Schreiben.

Herzallerliebste Chaotenzwillingsschwester, ich danke dir für deine Antworten, hab ich doch auch wieder was Neues über dich erfahren *zwinker und das Seufzen wird dieses Jahr noch gemeinsam erledigt, dann wenn wir noch mehr übereinander erfahren *ganzdollfreu