Freitag, 28. April 2017

Rezension --> Lena Sander - Memory Effekt


Mia konnte sich endlich von ihrem brutalen Ehemann lösen und geht freiwillig in eine psychosomatische Klinik. Dort entdeckt sie zufällig in der Tageszeitung ihre eigene Todesanzeige. Eine Mitpatientin unterstützt sie dabei, ihr Leben wieder aufzunehmen.

Schaffen die beiden Frauen es, Mia wieder *zum Leben zu erwecken*?

Zeitgleich verunglückt der Mann der Psychiaterin Linda schwer und sie wird - weil das ja nicht reicht - samt ihrer Tochter bedroht.

Wie sind die Verknüpfungen dieser beiden Schicksale?

Bestehen überhaupt welche?


Faszinierend, fesselnd und überraschend (am Ende) ist dieser vorläufig letzte Thriller von Lena, die Geschichte hat mich sowas von abgeholt und nicht losgelassen, dass ich gerne noch neuere Sachen von ihr lesen würde.

Schon das Cover ist sehr geheimnisvoll und ich habe etwas ganz anderes erwartet, war dann positiv überrascht und vollkommen von der Rolle, als ich die *Auflösung* erreicht hatte. Der Schreibstil ist einnehmend und ich war begeistert, fünf Chaospunkte

Rezension --> Pia Wunder - Pulsbeschleuniger


Frisch geschieden hat Annie das Glück mit ihren beiden Söhnen eine wundervolle Wohnung zu finden mit einer liebenswerten Vermieterin, die gleich nebenan lebt. Doch ihre Wünsche sollen nicht alle in Erfüllung gehen und auch bei *Oma Lotte*, der Vermieterin, kommt es zu Problemen. Wie schön, dass genau in diesen Momenten ein Mann auftaucht, für den sie schnell Gefühle entwickelt, auch wenn eine weitere Nachbarin sie vor ihm warnt.


Pia hat in diesem Roman, über den sie selber sagt:

>>Ich möchte alleinerziehende Frauen unterhalten und Hoffnung geben durch einen Liebesroman mit Humor, Spannung und voller Emotionen<<

sehr viel Informationen verpackt, die die Protagonistin betreffen, meiner Meinung nach etwas zu viel, sodass die Geschichte sich teilweise etwas zieht wie Kaugummi.
Annie entwickelt sich für mich zu schnell in eine Frau, die sich um alles und alle kümmert und dabei viel zu wenig an sich selber denkt. Liegt vielleicht auch daran, dass meine Zeit als Alleinerziehende schon zu lange zurückliegt, weil meine Kinder inzwischen erwachsen sind.
Hoffnung für die angesprochenen Leserinnen sah ich einzig darin, dass frau auch mit zwei Kindern einen lieben Mann kennenlernen kann, was allerdings nicht unbedingt das A und O im Leben sein sollte. Es gibt genug Mütter, die sich mit ihren alleine durchkämpfen und das auch schaffen, ohne Mann.
Das Cover wirkt fade, hat nichts mit dem Buch zu tun, genau so wenig wie der Prolog, der zehn Jahre vor der eigentlichen Geschichte spielt.
Der Titel passt irgendwie auch nicht, als Leserin erwarte ich da etwas mehr Aufregung.
Der Schreibstil der Autorin erscheint mir abgehackt, was auch an der Formatierung mit den vielen Absätzen liegt. Die Kapitel bauen nicht wirklich aufeinander auf, sodass manches offen bleibt.
Alles in allem ein Kann, aber absolut kein Muss, zwei Chaospunkte


Rezension --> Ilona Bulazel - Blutiger Schein


Mira Koch, eine freischaffende Journalistin, soll über eine Modenschau berichten. Dumm nur, dass sie in ihrem Hotelzimmer Zeugin wird, wie eines der Models an ihrem Balkon vorbeistürzt und tot ist.
Doch das Model bleibt nicht die einzige Tote und Mira fängt an, Fragen zu stellen. Dadurch wird sie von den üblen Gestalten, die hinter den Morden stecken, entdeckt und gerät selber in Gefahr.


Wie immer hat mich Ilona sofort gefesselt mit ihrem Thriller, mit der Geschichte, die absolut alles enthält, was in einen Thriller gehört. Ihre Schreibe ist einfach spannend und mitreißend und ich kann dieses Buch jedem Fan von Spannung nur empfehlen. Fünf Chaospunkte

Donnerstag, 27. April 2017

Rezension --> Jo Berger - Himmelreich mit Herzklopfen


Hurra, es gibt Neuigkeiten aus Himmelreich.
Zwar nicht von den Mädels aus der ersten Staffel, aber die haben ihr Glück ja auch schon gefunden. *Frischfleisch* zieht ein, bzw. lebt und arbeitet schon in diesem beschaulichen Dorf mit dem leckeren Honigeis und den skurrilen Bewohnern.

Im ersten Buch der neuen Staffel geht es um Fee, die ihr glamouröses Leben in der Großstadt abbricht, um als Kellnerin im Himmelreicher Pub unterzukommen. Dass nicht alles so ist, wie sie dachte und sich vorstellte ist ja vollkommen klar.


Wie immer in Himmelreich mischen die Dorfbewohner, allen voran der Herr Bürgermeister, kräftig mit, um der Zugereisten das Leben etwas zu erschweren.


Ich jedenfalls habe mich gefreut, wieder Honigeis schlecken zu dürfen, wenn auch nur in Gedanken, konnte neue Rezepturen der Halspastillen lutschen – glücklicherweise auch nur gedanklich – lecker Pizza bei den Scardellis essen und mich in McLeods Pub niederlassen. Es hat sich also nicht wirklich viel verändert, aber wieso auch, es ist ja schön dort.

Jo allerdings hat mit ihrer Nase juckenden Fee eine Prota erschaffen, die mir Probleme macht, ich musste dauernd an meiner Nase kratzen *lach und hoffe, das vergeht wieder. Natürlich durfte ich auch wieder herzhaft lachen, mit Fee bangen (worum müsst ihr schon selber lesen) und konnte zugucken wie eine neue Freundschaft entsteht. Was daraus wird, müssen wir abwarten, dafür gibt es dann noch drei Bände über Himmelreich.


Ja leider nur vier Bücher in dieser Staffel, denn drei der Autorinnen haben Amor’s Five verlassen und *nur* zwei kamen neu dazu, aber ich kann mir vorstellen, dass auch die Geschichten von Amor’s Four wieder sehr gut einschlagen werden.


Von mir gibt es für den Auftakt fünf Chaospunkte.


Sonntag, 23. April 2017

Rezension --> Mara Winter - Verblüht

 

Etliche Blumen blühen und welken, bzw. sind am Ende verblüht in diesem *Episodenkrimi* von Mara Winter.

Unter diesem Begriff konnte ich mir absolut nichts vorstellen, dachte gar nach dem Lesen des ersten Kapitels, es handele sich um eine Sammlung von Kurzgeschichten.
Prinzipiell ist es das auch, doch andererseits auch wieder nicht, denn alle Erzähler (alle Geschichten stammen von verschiedenen Urhebern) sind irgendwie miteinander verbandelt.
Wie diese Bindungen aussehen, muss der Leser eruieren, denn es ist nicht immer sofort ersichtlich, wer gerade berichtet.

Ungewöhnlich ist es, dieses Büchlein, nichtsdestotrotz sehr spannend und unterhaltsam, wenn auch ohne erklärliches Ende. Irgendwie nicht richtig zu packen für mich, das Ganze. So mittig zwischen WOW und BÄH, daher drei Chaospunkte.

Rezension --> Karim Pieritz - Die Jagd nach dem geheimnisvollen Rollsiegel

 

Ein Internat an sich ist für die meisten Jugendlichen schon doof. Wenn es dort aber weder Internet gibt noch Handyempfang, ist das der Super Gau.

So denkt jedenfalls John und will absolut nicht hin, doch seine Eltern bleiben hart, denn sie sind in geheimer Mission beruflich unterwegs. Im Übrigen merkt John sehr schnell, dass er auch ohne das WWW und ein Handy tolle Abenteuer erleben kann, die ihn und einige Mitschüler nicht nur weit in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft führen, denn Gefahren lauern überall.


Wie gewohnt erzählt Karim eine spannende Geschichte, die er (mal wieder) seinem Sohn zu verdanken hat, denn der wollte ihn beobachten, wenn er ein Buch schreibt.

Diesmal jedoch handelt es sich nicht um ein Kinderbuch, aber vielleicht sind die, die seine Leuchtturm Abenteuer gelesen haben inzwischen etwas älter geworden und stürzen sich voller Enthusiasmus auf die "Jagd nach dem Rollsiegel".
Sie werden begeistert sein, denn wie gewohnt schreibt Karim flüssig und fesselnd, mit viel Hintergrundwissen und Fantasie.
Ich fand das Buch außergewöhnlich und vergebe fünf Chaospunkte.


Rezension --> Rose Snow - 17 - Das vierte Buch der Erinnerung, Deine Zukunft ist ungewiss

 

Dank ihrer Gabe konnte Jo zusammen mit den anderen Seherinnen die Jägerschaft besiegen und sich auf ihr Privatleben, heißt Schule und Adrian, konzentrieren. Aber es wäre zu schön, würde das so bleiben *seufz
Eine neue Prophezeiung taucht auf und auch einige Jäger scheinen noch unterwegs zu sein, sodass die bevorstehende Vereinigung aller Seherinnen vorläufig beiseite geschoben werden muss.


Wie schrieb ich nach dem dritten Buch der Erinnerung?

>>Schade, dass diese Trilogie nun zu Ende ist, aber die Geschichte hat einen tollen Abschluss erleben dürfen.<<

Glücklicherweise hat das Autorenduo diesen Abschluss doch nicht als Abschluss angesehen und tatsächlich einen vierten Band geschrieben.
Da das Lesen der Trilogie doch schon paar Wochen her ist (was bei einer Vielleserin wie mir sich schon bemerkbar macht), hatte ich anfangs etwas Mühe in die Geschichte reinzukommen, aber nach dem ersten Kapitel war ich voll dabei und konnte mich wie gehabt nicht lösen, so dass ich nach zwei Abenden durch war.
Faszinierend finde ich einfach, dass bei diesem Duo nicht erkenntlich ist, wer welchen Part geschrieben hat, wobei das ja prinzipiell egal ist.

Auch der (vorläufig?) letzte Band bekommt fünf Chaospunkte

Rezension --> Melisa Schwermer - So dunkel die Angst

 

Jaaaaa, Fabian Prior und Thomas Wendtner ermitteln wieder, wenn auch dieser Fall mehr aus Sicht der Entführten geschrieben ist, so haben die beiden Beamten doch genug zu tun, denn als die Entführte nach vielen Jahren wieder auftaucht, verschweigt sie ihnen Teile der vergangenen Zeit.
Fabian und Thomas wären aber nicht die, die sie sind, wenn sie nicht hartnäckig an der Aufdeckung der Geheimnisse arbeiten würden.


Melisa hat es wieder geschafft, mich die halbe Nacht wach zu halten mit ihrer mysteriösen Geschichte, die sie an sich gar nicht schreiben wollte *zwinker

Trotzdem landete sie einen Volltreffer und ich kann nur wiederholen, was ich bereits über "So bitter die Schuld" von mir gab: >> .... Nervenzerreißend und aufrüttelnd hat sie ihren neuesten Thriller geschrieben in einem Stil, der mir unter die Haut ging und mir ganz viele Bilder vor Augen brachte, so plastisch sind sowohl ihre Figuren als auch die Handlungsabläufe beschrieben.<<

An sich hasse ich Wiederholungen, aber damit ist genau mein Empfinden ausgedrückt und ich wünsche mir einfach, dass sie so weitermacht. Fünf Chaospunkte

Rezension --> Lutz Kreutzer - Eiskalter Schlummer, Die Rache

 

Nahtlos geht es nach Band 1 weiter, aber das war nach jenem Ende auch wünschenswert. Es bleibt so spannend, wie es im "Verlies" endete, zum Inhalt möchte ich gar nicht viel erzählen, außer, dass es notwendig ist, den ersten Band gelesen zu haben.

Wie auch dort konnte ich den Reader nur wegen zufallender Augen beiseite legen um sofort nach dem Aufwachen weiter zu lesen, denn es ist und bleibt geheimnisvoll, aufregend und atemberaubend. Es tauchen neue Verwicklungen auf, bestehende werden gelöst und Hinweise aus dem ersten Band werden aufgegriffen.

Lutz schreibt Thriller, wie ein echter Fan sich das wünscht und ich muss erneut tief in meine Punktekiste greifen, um eine ganze Handvoll rauszuholen.

Rezension --> Neal Skye - Rich & Mysterious, Der Niagara-Fall


Vor der Bürotür des Privatermittlers Niclas "Rich" Richmond steht eines Abends eine junge Frau, der die letzten Stunden ihres Lebens fehlen. Diese will sie mit Rich in ihr Gedächtnis zurückholen, doch bei diesen acht Stunden wird es nicht bleiben.


Der Debütroman von Neal wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, allerdings beeinflusst das meine ehrliche Meinung keineswegs.

Ja, ein Debüt, das spannend und fesselnd anfängt, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte. Nach ca. 100 bis 150 Seiten aber wurde die Geschichte etwas zäh, denn Rich denkt mir zu viel. Soll er ja auch, um den Fall lösen zu können, nur hat er meiner Meinung nach die falschen Gedanken. Später wird es dann wieder interessanter, doch der mühevolle Mittelteil birgt die Gefahr, die Lektüre zuzuklappen, was ich zwar nicht getan habe, aber von mir dennoch *nur* drei Chaospunkte

Rezension --> Burga Hencken - Der Trauer begegnen, Wie kann ich helfen?

 

Aufklärung möchte die Autorin leisten, aus eigener Erfahrung darüber berichten, wie es ist, zu trauern. Auch wenn jeder anders trauert, so sind in diesem Büchlein doch Anhaltspunkte enthalten sowohl für den Trauernden selbst als auch für das Umfeld.


Obwohl ich im Moment nicht in einem Trauerprozess stecke, habe ich den knapp über 50 Seiten starken Ratgeber aufmerksam gelesen, bei vielen Sätzen an vergangene Trauerzeiten denken müssen, manches klarer sehen und sicher auch für die Zukunft etwas mitnehmen können. Ich wünsche es mir jedenfalls, dass ich mich dann ggfs. erinnern kann. Notfalls greife ich einfach nochmal zu dem Buch und lese nach. Denn das kann man nicht oft genug tun, es immer wieder lesen, denn ich denke, jeder findet sich irgendwo wieder.

Für mich ein sehr wertvolles Buch, daher fünf Chaospunkte von mir

Samstag, 15. April 2017

Rezension --> Grün, Kurzgeschichten aus dem Farbspiel




Vor kurzem habe ich mich an die grünen Geschichten gemacht, die mich auf 295 Seiten wunderbar in den kommenden Frühling geführt haben. Natürlich geht es nicht nur um die auflebende Natur, sondern die Geschichten sind unterteilt in Unterkapitel.

Grün
"Wie Anfang und Ende"
"Wie der Tod"
"Wie das Leben"
"Wie das Grauen"
"Wie die Liebe"
"Wie im Märchen"


lauten sie und besonders begeistert haben mich die Erzählungen von Ansgar Sadeghi über "Bananenlikör, die Liebe und ein Lied", "Das Geheimnis" von Verena Grüneweg, "Die grünen Glasmurmeln" von Sebastian Görlitzer und "Der grüne Apfel" von Karin Biela.
Ein dickes Herz entlockte mir "Der grüne Daumen" von Evelyn Kühne und ganz schlecht fand ich von Rudi Treiber "Der grüne Wald ... des Jägers Freude", denn es mag sicher manche Jäger geben, auf die diese Geschichte zutrifft, aber deswegen alle Jäger über einen Kamm zu scheren und zu verunglimpfen fand ich unter der Gürtellinie.
Unverständlich blieb mir "Fenster und Spiegel" von Stella Delaney und gruselig fand ich Maria Herttings "Das grüne Licht".

Die Bücher sehen wunderschön in meinem Regal aus und ich muss einmal mehr die Idee dieser Anthologien loben.

Erneut vier Chaospunkte von mir

Rezension --> Lutz Kreutzer - Eiskalter Schlummer, Das Verlies

 

Die Geschichte beginnt in Kalmückien, einem Land am Kaspischen Meer, geht weiter - zwei Jahre später - in München mit dem Fund eines Toten und dem Personalchef einer Bank, der auf unschöne Art und Weise langjährige Mitarbeiter entlässt.
Der eine Tote bleibt nicht allein, denn da sind noch drei junge Mädchen, die nicht nur gefangen gehalten, sondern auch misshandelt und regelmäßig vergewaltigt werden.


Da taucht doch irgendwann die Frage auf, was diese total unterschiedlichen Akteure miteinander verbindet?


Diese Verbindung deckt der Autor nach und nach auf, nicht ohne auch das Privatleben seiner Ermittler einzubeziehen, das ebenso geheimnisvoll dargestellt wird, wie die Handlung an sich.
Er macht das dermaßen spannend, dass ich das Buch kaum weglegen konnte (das ich übrigens als Reziexemplar erhalten habe, was meine ehrliche Meinung keineswegs beeinflusst) und tatsächlich innerhalb weniger Stunden durch war.

Und hätte ich nicht den Folgeband auch schon auf dem Reader gehabt, hätte ich mich ganz fürchterlich geärgert, denn Cliffhanger kann ich absolut nicht leiden, schon gar nicht an so einer Stelle in der Geschichte, in der quasi ein *Reset* gemacht wird.

Lutz Kreutzer hat eine Schreibe, die ganz laut nach mehr, viel mehr ruft, sein Thriller ist brutal, aber nicht zu brutal, lässt den Kopf schütteln, kann so manchen Schmunzler hervorlocken und ist aufwühlend, bewegend und unterhaltsam. Eindeutig fünf Chaospunkte.


Rezension --> Helene Barastri - Fuchsfeuer

 

Ein Barde, der eine Stadt vor einem Fluch retten will, mit Magie, an die die Menschen schon lange nicht mehr glauben.
Sein heimlicher Geliebter, Ritter der Ehrengarde, und seine Familie begleiten ihn auf der Reise.
Dem, der den Fluch vor Ewigkeiten aussprach, bleibt dies nicht verborgen.



Eine unverständliche Zusammenfassung von mir?

Tja, das ist mein Eindruck von diesem Buch, unverständlich.

Mir wurde irgendwie die Geschichte nicht wirklich klar, was eventuell auch daran lag, dass mir Hintergrundwissen fehlte oder meine Fantasie nicht groß genug ist für dieses Werk.
Jede Person hatte mehrere Namen, so erschien es mir, und wurde mal so und mal so genannt. Allerdings dachte ich tatsächlich bis zum Schluss, all meine Fragen würden geklärt, aber dem war nicht so, schade dafür. Zwei Chaospunkte

Rezension --> Louise Bourbon - Die Sonnenkönigin, Frankreichs vergessene Königin


Eintauchen in die Geschichte Frankreichs, erleben, dass nicht alles, was in den Chroniken weitergegeben wird, die Wahrheit ist.
Denn nichts ist einfacher, als bei der Überlieferung ungewollte, unliebsame, nicht ins Bild passende Begebenheiten einfach wegzulassen.

So eine  Episode war die Liebe zwischen Louis XIV und seiner wahren, echten, großen Liebe Louise de La Vallière, der vergessenenen Sonnenkönigin Frankreichs.


Jahrelange Recherche hat die Autorin auf sich genommen, um uns an diesem Geschehen teilhaben zu lassen und so manches Tränchen stand mir in den Augen, als ich davon las, wie sehr die beiden einander verbunden waren und versuchten diese Innigkeit zu leben, an ihre Kinder weiterzugeben und die Untertanen einzubeziehen.

Aber auch lächeln musste ich über den smarten jungen König, als er Louise kennenlernte und sie keine Ahnung hatte, wer er ist.

>>"Gehört Ihr dem Gefolge des Königs an?"
Seine Augen weiten sich für einen Moment, er räuspert sich.
"Dem Gefolge? Ich würde eher sagen, ich gehöre zu seiner, äh, Vorhut. Ich bin ihm nahezu immer eine Nasenlänge voraus."<<

.....

>>"Oh, Monsieur, ihr zerstört die Illusionen eines armen Mädchens, das heute Abend zum ersten Mal das Glück hat, einen Blick auf seinen König zu werfen. Was sagt Ihr da über Euren Herrn? Liebt Ihr ihn denn nicht?"
"Wen, Mademoiselle?"
Sie hält sich die Hand vor den Mund, um ihr Lachen zu verbergen.
"Den König", erwiderte sie in neckendem Ton.
"Ich muss ihn lieben", versicherte ich ihr. "Ich stehe ihm zu nahe."<<

Gewünscht hätte ich mir ein bisschen mehr Romanform aufgrund der persönlichen Korrespondenz, hätte sich für mich schöner lesen lassen. Oder die Aufzeichnungen der beiden am Stück, diejenigen der Kinder oder andere Informationen gesammelt in Buchabschnitten.

Das allerdings ist nur mein Eindruck, denn die Informationen sind einfach immens und ich musste zwischendrin immer wieder Pausen einlegen, um das Gelesene zu verarbeiten. 
Louise hat hier kein Buch geschrieben, das sich in einem Stück lesen lässt, aber das liegt auch an der Thematik, nicht am Schreibstil, der ja durch Originaldokumente quasi vorgegeben ist.
Leseempfehlung für jeden, der sich für Geschichte interessiert oder Lust hat, einzutauchen, auf ganz andere Art als sonst, von mir vier Chaospunkte.

Montag, 10. April 2017

Rezension --> Silvia Konnerth - Mit Schirm, Charme und Kaktus


Um ihren Freund zurückzuholen, steigt Kerstin voller Todesangst in ein Flugzeug nach Italien. Endlich im Heimatdorf des abtrünnigen Enrico angekommen, wird sie weder von ihm noch von seiner Familie so empfangen, wie sie sich das vorgestellt hat und überhaupt geht alles nicht den Gang, den sie sich erträumt.

Schafft Kerstin es, über ihren Schatten zu springen und ihr Leben endlich in die Hand zu nehmen?

Normalerweise lese ich, wenn ich mich an einer Autorin festgebissen habe, ihre Werke in der Reihenfolge wie sie erschienen sind. Aber da ja nicht alles normal ablaufen muss, mach ich es bei Silvia mal umgekehrt.
Ihre *Törtchen* haben mich so neugierig gemacht, dass ich auch die vorhergehenden Romane kennenlernen wollte und so hab ich mich auf Kerstin und Enrico eingelassen.
In NullKommaNix war ich durch, weil Silvia eine humorvolle, romantische und mitreißende Schreibe hat, die mich erneut begeisterte. Natürlich ist die Geschichte nicht sehr tiefgründig, aber das liegt am Genre. Und trotzdem kann - wer zwischen den Zeilen liest - ein bisschen was fürs Leben mitnehmen. Ich habe mich eine schlaflose Nacht sehr gut unterhalten gefühlt - auch wenn ich Italien nicht gar so sehr liebe, aber es sieht so aus, als müsste ich damit leben, wenn ich weiterhin Romane von Silvia lesen möchte - und gebe ihr ein zweites Mal fünf Chaospunkte.

Ach so das Cover .... das ist einfach herzerfrischend und absolut passend zum Inhalt.


Sonntag, 9. April 2017

Rezension --> Violet Truelove - Ein Surfer zum Verlieben


Lindsay Lovejoy ist eine erfolgreiche Autorin und hat sich für ihren allerersten Liebesroman einen Profisurfer als Protagonisten ausgeguckt, der ihr mit 17 Jahren zum ersten Mal real über den Weg lief. Inzwischen mutierte er immer mehr zum absoluten *Bad Boy* und ist von einem Tag zum anderen ihr neuer Nachbar.
Als er feststellt, dass sie über ihn schreibt kommt es zu Verwicklungen in beider Leben, die nicht immer zu ihrem Wohlbehagen beitragen.


Ein wichtiger Bestandteil von Lindsays Romanen, den auch ihre Freundin Violet zur fixen Idee macht, ist, dass egal wer >>keinen Sex vor Seite 200 hat<<. Um so wichtiger ist es, diese ersten 200 Seiten spannend und interessant zu schreiben, was Violet hier voll gelungen ist.
Ich jedenfalls fieberte auf diese magische Seitenzahl hin, um dann enttäuscht noch weiter lesen zu müssen, bis es endlich so weit war. Nicht dass ich eine Leserin bin, die unbedingt Sexszenen haben muss, eher im Gegenteil, ich kann gut darauf verzichten.
Wenn es allerdings so knistert, wie zwischen Lindsay und Warden, dann warte ich schon auf das befreiende Geschehen *lach

Ganz fremd war mir bis dato das Surfermilieu und viele der Fachausdrücke kannte ich nicht, aber ich merkte, dass surfen ein essentielles Hobby von Violet ist, das sie in diesem ihrem Erstling auslebt. Und das macht sie dermaßen überzeugend, dass ich richtig richtig Bock darauf habe, wenigstens mal zuzugucken (fürs selber Ausprobieren habe ich schon zu viele Jahre auf dem Buckel *lach).

Dazu verpackt sie eine herrliche Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen in den Roman, sodass ich den ersten Band ihrer *Zum-Verlieben-Reihe* auf jeden Fall weiterempfehlen kann, gerade jetzt, wo die Tage länger und wärmer werden.

Für mich ein tolles Leseerlebnis, das ich demnächst mit dem *Fotografen* fortsetzen werde.

Verdiente fünf Chaospunkte für den Surfer.

Rezension --> Halo Summer - Aschenkindel, Das wahre Märchen


In Anlehnung an das Märchen *Aschenputtel* der Gebrüder Grimm entstand dieses *wahre Märchen*, so dass ich zum Inhalt nicht viel sagen muss, bzw. kann ohne zu spoilern.


Gekauft habe ich es kurz nach der FBM, als es dort den Kindle Storyteller Award erhielt und ich einfach neugierig war auf die drei Bücher, die im Finale standen (die anderen beiden habe ich auch relativ schnell gelesen), aber da ich nicht so der Leser von Büchern bin, die einen immensen Hype erfahren, lag das Märchen bis vor wenigen Tagen auf dem Reader-SuB, wo ich es auch besser hätte liegen lassen.

Am Anfang konnte ich ja die die Verknüpfung zum Märchen noch nachvollziehen, als aber Figuren auftraten, die ich beim besten Willen nicht als dem zugrunde liegenden Märchen zuordnen konnte, hörte mein Spaß auf.

Klar, das Buch wird auch in der Kategorie Fantasy verkauft, was schriftstellerische Freiheit in jeder Beziehung bedeutet, aber dann stört mich ganz kolossal wie die Grundidee eingebaut wurde und der Titel, denn so hab ich mir *Das wahre Märchen* nicht vorgestellt.

Nichtsdestotrotz ist der Schreibstil von Halo packend, so dass ich ungeachtet aller inhaltlichen Diskrepanzen bis zum Ende durchgehalten habe, immer in der Hoffnung, *Alles wird gut*, wie das halt bei Märchen so ist.

Mehr als zwei Punkte spuckte meine Chaoskiste allerdings nicht aus.

 

Rezension --> Selina Mai - Elemental Spirit, Magie des Verlangens


Isoliert lebt die Magierin Raya in einer Welt, in der Götter sich bekämpfen. Sie hält sich für sicher durch ihr abgeschiedenes Leben, muss das allerdings revidieren, als einer der Götter sie zwingt, ihre Magie einzusetzen. Dadurch vollkommen aus ihrem Lebensrhythmus gebracht, lernt sie auch noch den Gestaltwandler Jake kennen, der ihre Gefühlswelt komplett durcheinanderwirbelt. Sie muss zwischen Herz und Verstand entscheiden.


Lasst mich mit dem Cover anfangen, das rätselhaft, ambivalent und mysteriös bei mir ankommt, wie sich das die junge Autorin sicher gewünscht hat und mich daher zwingt, das Buch in die Hand zu nehmen.
Der Klappentext passt hervorragend dazu, so dass die Neugier auf dieses Erstlingswerk immer größer wird.
Der Inhalt lässt dann auch nicht zu wünschen übrig, denn Selina ist es gelungen die
ganze Fantasie, die in ihrem Kopf so rumschwirrt in Worte zu fassen, die mich gefangen gehalten hat bis zum Ende, das ja gar keines ist, denn sie hat noch viele Fiktionen, die sie zu Papier bringen wird und die ihr genau so gut gelingen werden, wie die *Magie des Verlangens*, davon bin ich fest überzeugt.

Sie hat sich aufgerieben für ihren ersten Roman, hat jede Anmerkung ihrer Testleserinnen (zu denen ich mich zählen durfte, danke dafür) verarbeitet und jeden unklaren Punkt analysiert, bis eine runde Geschichte daraus wurde, die Liebe, Hass, Leidenschaft und Erotik enthält und den Leser voll in ihren Bann zieht.
Beim Testlesen hatte ich anfangs etwas Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden, doch je mehr ich las, desto mehr packte sie mich und ich will ganz dringend wissen, wie es weitergeht.

Wie meistens bei Debüts kann ich aber keine volle Punktzahl geben, sondern behalte mir noch einen in der Hinterhand *zwinker
Aber vier Chaospunkte hat das Buch verdient.

Rezension --> Jennifer Heine - The Callie Santas Chronicle, Alphablut


Ein ganz normales Leben führt Callie, bis kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Da wird sie nämlich von Albträumen geplagt, die sie zwar wecken, deren Inhalt sie aber beim Aufwachen vergessen hat. Um diesen nächtlichen Schreckgespenstern zu entgehen wird sie von ihren Eltern auf ein College gebracht, in dem jeder - ob Schüler oder Lehrer - mehr zu wissen schient als sie. Das Schlimmste ist für sie allerdings, dass dieses Wissen vor ihr verborgen wird, auch wenn sie noch so drängend nachfragt. Selbst Samuel, in den sie sich unsterblich verliebt, schweigt sich aus und kämpft nicht gegen beider Eltern, die lieber eine Verbindung mit Sams Bruder Noah sehen würden.

Kann Callie all die Geheimnisse, die sie umgeben, lösen?

Und vor allem, kann sie damit leben?


Ein ernst zu nehmender Debütroman der jungen Autorin, der mir als Rezensionsexemplar in die Finger gefallen ist (trotzdem ist meine Meinung wie immer ehrlich und nicht beschönigend). Vom ersten Satz an war ich drin in der Geschichte, harrte dem Lüften des Unerklärlichen genau so gespannt wie Callie und fand eben das anfangs erschreckend, womit ich wieder bei Callie war.
Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich nichts gefallen lässt und für das ihr Wichtige mit dem Kopf durch die Wand geht, egal wie die Reaktionen ihrer Umwelt sind.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, hätte allerdings gerne noch ein bisschen mehr über die Gestaltwandler an sich erfahren.

Vier meiner chaotischen Punkte hole ich aus der Kiste.

Rezension --> Ella Green - Küsse unterm Apfelbaum


Als angehende Teenager wurden sie aufgrund einer beruflichen Veränderung von Hazels Vater getrennt, nicht ohne ein Date auszumachen, das genau zehn Jahre später stattfinden sollte. Zehn Jahre ohne jeden Kontakt verbringen Hazel und Tyler getrennt voneinander und fragen sich immer wieder, ob die Verabredung klappen wird. Bis Tag X endlich Realität ist und die beiden inzwischen erwachsenen ehemaligen besten Freunde aufeinander treffen.

Können sie dort anknüpfen, wo ihre Freundschaft endete?

Oder holt die Vergangenheit sie ein?

Vor allem die von Tyler, über die der ganze Ort Bescheid weiß, nur Hazel nicht, denn er hat Angst davor ihr die Wahrheit mitzuteilen.


Endlich habe ich es geschafft mein erstes Buch von Ella, die ich gerne als Sofaküken bezeichne (sie gehört dem Autorenzusammenschluss "Das Autorensofa" an), zu lesen und war begeistert, mit welcher Lockerheit und Nonchalance sie die Geschichte von Hazel und Tyler erzählt - auch wenn es zwischendurch nervte, wenn Tyler immer wieder von dem Geheimnis *sprach*, das vor zehn Monaten sein Leben veränderte.
Mit ihrem entspannten Schreibstil gelang es Ella mich zu fesseln und ich fühlte mich in Melfort sofort zuhause, sah die Apfelbäume vor mir und konnte sowohl den Saft als auch den Cidre schmecken.
Und Geheimnisse, nun die gehören einfach dazu, wenn man sich jahrelang nicht sieht, spricht oder schreibt. Aber sie sind dazu, gelüftet zu werden, damit alles gut werden kann.
Ob es das tatsächlich wird, müsst ihr allerdings selber lesen.

Vier Chaospunkte, ihr wisst schon, könnte ja noch eine Steigerung kommen, denn ich werde garantiert noch mehr von ihr lesen, inzwischen gibt es nämlich Band 2 aus der Melfort Reihe

Rezension --> Anna Maria Kuppe - Chefs und andere Knalltüten


In dem Betrieb zu bleiben, in dem die Ausbildung stattfand,ist nicht gut .... stellt Lisa fest, denn sowohl für ihren Chef als auch dessen Frau, die im Büro aushilft, bleibt sie ewig die Auszubildende.
So sucht sie sich einen neuen Job und lernt dort das wahre (Arbeits-)Leben kennen, mit all seinen Intrigen, Lästereien, Konflikten und schrägen Kollegen. Und der großen Liebe! Oder doch nicht?


Zum Rezensieren bekam ich dieses Buch, hier meine ehrliche Meinung:
Eine Aneinanderreihung von Gedanken der jungen Lisa, die bis zum Antritt in der neuen Firma wohl anscheinend eher weniger vom Leben mitbekommen hat. Sie beschwert sich über die Lästereien der anderen, tut allerdings fiktiv nichts anderes. Ich konnte mich nicht wirklich mit ihr identifizieren, ihre Art hat mich zwischendurch doch genervt, auch wenn der Schreibstil eher locker ist. Mich störte auch, dass es nicht wirklich eine Geschichte im Ganzen ist, sondern eher ein Nacheinander von unzusammenhängend
en Abläufen, auch wenn ich manchmal schmunzeln musste und Lisa zurufen wollte: "Willkommen in der Realität!"
Drei Chaospunkte

Rezension --> Christine Erdic - Nepomucks Abenteuer


Nepomuck lebt mit seiner Koboldfamilie im wunderschönen Norwegen und endlich darf er dem Weihnachtsmann helfen. Da er sehr viel Unsinn im Kopf hat, landet er in einem der vielen Päckchen und in diesem im fernen Deutschland. Was er dort erlebt bei den Menschen, die zunächst genau so erschrocken sind wie er, wird in diesem Büchlein erzählt.


In einigen Kurzgeschichten hatte ich von Nepomuck gelesen, sodass ich mir nun endlich seine Abenteuer geholt habe. Ich liebe dieses freche Gesicht und seine Ideen und Christines liebevolle Geschichten mit und über ihn, ebenso wie die Illustrationen, die auch im E-Book vorhanden sind. Allerdings würde ich mir das nächste Mal doch lieber das Print holen, um genau diese in Farbe zu haben, denn ich kann mir vorstellen, dass sie noch viel aussagekräftiger sind auf einem Blatt Papier.
Ein bemerkenswertes Buch für Leser jeden Alters, auch zum Vorlesen für Kindergartenkinder schon bestens geeignet, enthält es doch auch etliches Lehrreiche über das Leben und das Miteinander, über Freundschaft und Familie.
Ohne Zweifel eine Handvoll (eine menschliche Handvoll *zwinker) Chaospunkte

Rezension --> Michaela Göhr - Der Fantast


Simon erzählt aus seinem Leben. Und es ist kein gewöhnliches Leben, denn er hat eine ausgeprägte Fantasie, die seine Vorstellungen wahr werden lassen. Natürlich bleibt das nicht unbemerkt und so wird er bereits als Kleinkind entführt, um mit seiner Gabe böse Machenschaften auszuführen. Logisch, dass ihm bereits mit fünf Jahren gelingt seine Widersacher auszuschalten, wenn auch nur kurzfristig, denn immer wieder laufen sie sich über den Weg. Mit Hilfe seiner Freunde gelingt es dem inzwischen 24 jährigen Simon jedoch auf der Seite der *Guten* zu bleiben und sich seine Gabe immer mehr zu Nutzen zu machen und damit umzugehen.


Das Buch wurde mir als Rezensionsbuch zur Verfügung gestellt, was meine Meinung nicht beeinflusst, allerdings hab ich das Lesen aufgrund des etwas nichtssagenden Covers doch etwas nach hinten verschoben (was sich ja inzwischen geändert hat und mich sofort hätte zugreifen lassen).


Hätte ich allerdings gewusst, wie fesselnd Michaela schreibt und wie spannend die Geschichte tatsächlich ist (wenn auch manchmal doch etwas unrealistisch, bzw. schwer vorstellbar - aber es ist halt ein Fantasyroman *zwinker), tja, dann wäre das Buch auch nicht so lange gelegen. Der Schreibstil ist flüssig und aufwühlend, ein typisches Beispiel dafür, dass auch Debütromane außergewöhnlich sein können. Ich jedenfalls bin sehr gespannt, wie die Geschichte um Simon weitergeht und was nach den Geschichten vom *Fantasten* noch von dieser aufstrebenden Autorin zu lesen sein wird.
Zwecks einer eventuell möglichen Steigerung bleibt es diesmal bei vier Chaospunkten

Rezension --> Noah Fitz - Der Seelenretter


Johannes Hornoff zum Dritten:
Nachts schleicht er sich in die Wohnungen alleinstehender Mütter und zwingt sie, sich zu entscheiden. Für eines ihrer Kinder!

Immer wieder das gleiche Muster: Das ältere Kind im Teenageralter und dazu noch ein Baby oder ein Kleinkind, wobei der Teenie immer zu wenig Liebe und Aufmerksamkeit bekommt.

Ein Trauma aus der eigenen Jugendzeit?

Johannes, der selber zu wenig Zeit für seinen Teenager-Sohn (und seine Frau) hat und Kommissar Breuer haben wenig Anhaltspunkte, bis die Familie Hornoff im Fadenkreuz auftaucht.



Spannend wie immer erzählt Noah einmal aus der Sicht des Psychologen, einmal aus der Sicht des geheimnisvollen nächtlichen Besuchers, der sich selbst *Seelenretter* nennt, denn das muss er tun, die Seelen der Kinder retten (meint er). Es geht weit zurück in die Vergangenheit diesen Mannes und auch Johannes macht sich (erneut) mehr Gedanken zu seiner Familie als ihm lieb ist, denn wirkliche Lösungen für sein Dilemma findet er nicht.
Fesselnd und mitreißend und immer besser, die Geschichte um Herrn Hornoff, sodass ich hoffe, noch ganz lange von diesem Protagonisten lesen zu können.
Volle Punktzahl.